Donnerstag, 19. April 2012

Familienbesuch Teil 1: Überraschung in Tôkyô

Nach langer Zeit melde ich mich mal wieder zurück. Wie ja die meisten wissen, hat mich meine Familie besucht, was natürlich heisst: Keine Zeit zum Blog schreiben. Daraus folgt logischerweise ein laaaaaaaaanger Post von den letzten Wochen. Denn natürlich haben wir nicht einfach nur im Zimmer rumgesessen, nein, es wurde viel unternommen. Aber ich fange am Besten von vorne an.

Am 24.3, einem Samstag, um 9 Uhr morgens sollten Inge, Papa und Alena am Flughafen in Narita ankommen. Ursprünglich war geplant, dass die drei ein paar Tage zum Aklimatisieren in Tokyo bleiben und am darauffolgenden Mittwoch mit einem Mietauto nach Obuse kommen würden. Mittwoch schön und gut, doch so lange wollte ich nicht warten. Deshalb machte ich mich Freitagabend, zu dieser Zeit saßen die drei noch nichtsahnend im Flugzeug, heimlich still und leise in einem Nachtbus auf nach Tokyo, um sie am Flughafen abzuholen. Meine Überraschungsaktion ging auf und so waren wir vier wieder vereint. (Ich brauche natürlich nicht extra erwähnen, dass sie sich riesig gefreut haben...)
Wir fuhren zusammen in unser Hostel (ich hatte mir im selben Hostel ein Bett reserviert). Leider ging es Papa von Magen her nicht sehr gut, sodass ich mit Alena und Inge alleine zum Mittagessen ging, während er sich schonmal im Zimmer etwas hinlegte. Wir gingen in ein sehr nahes Schnellrestaurant, in dem es Veggie-Ramen, Veggie-Reis und Veggie-Gyoza gab. Alles vegetarisch (wie der Name schon vermuten lässt...). Und dazu hat es auch noch unglaublich lecker geschmeckt. Ich entdeckte das Restaurant am morgen, auf dem Weg zum Hostel, bevor ich zum Flughafen fuhr. (Ich hatte dort schonmal mein Gepäck gelagert)
Später dann, weil die "Alten" so müde waren und sich hinlegen mussten, zogen Alena und ich alleine los. Wir fuhren in das nahe gelegene Viertel Akihabara (das Elektronikviertel) und schauten uns ein bisschen um.
Ganz nebenbei fanden wir auch einen Roboterhasen...
Ich suchte nach einem Laden, in dem man gebrauchte, alte Spiele kaufen konnte. Keine Brettspiele, sondern Spiele für das Super Nintendo oder meinen Game boy advance. Ich wurde sogar fündig: endlich, nach langer Suche, fand ich ein bezahlbares Pokemonspiel! Und zwar die neue verbesserte Version der ersten Spiele, Feuerrot. Ich freute mich wie ein kleines Kind, als ich mir die rote und die gelbe Edition kaufte. Denn schließlich sind nur die ersten 151 Pokemon die einzig wahren Pokemon!! Klingt total nerdig, aber ein bisschen Nostalgie muss ja auch mal sein :-) Und außerdem sind die Spiele ja auf japanisch, das heißt: ein gewisser Lerneffekt ist ebenfalls vorhanden... also vergesst was ich vorher gesagt habe, denn ich habe mir diese Spiele natürlich nur Zwecks japanwissenschaftlicher Forschung sowie Erweiterung meiner Sprachkenntnisse angeeignet! ;-)
Total happy mit meinen neuen Spielen (ich fand sogar ein "Godzilla-Adventure Spiel"...) machten wir uns wieder auf den Rückweg in Richtung Akihabara Bahnhof. Vorher stoppten wir allerdings noch bei einem Bäcker und kauften uns zwei süße Leckerein. Plötzlich fiel mir eine riesige Menschenmasse auf, die wohl auf irgendwas zu warten schien. Neugierig folgten wir der Schlange und standen auf einmal vor einem "AKB48 Cafe und Shop" Laden. AKB48 ist eine unglaublich populäre "Band", die aus Mädchen besteht welche "supertolle" Popmusik machen.  Also nicht soo mein Fall... Umso interessanter finde ich es dann halt, dass es wirklich viele, viele Menschen gibt, die die auch noch wirklich gut finden. Und das sind dann aber nicht nur Männer (die sie wahrscheinlich aufgrund der Bikini und Unterwäsche Performances in den Videos toll finden) sondern auch Frauen und Kinder jeden Alters... Unglaublich. Und dann warten die da im Ernst im Nieselregen unglaublich lange um in dieses Cafe/Shop Dingsda reingelassen zu werden...
So sahs dann aus: Die fanatischen Fans in Reih und Glied wartend vor dem Laden. 
Nach einer Weile Starren und Lästern fuhren wir dann wieder zurück ins Hostel. Gegen abend gingen wir noch zu viert eine Soba essen, wobei es Papa immer noch nicht wirklich besser ging. Danach verabschiedeten wir uns, denn ich fuhr weiter nach Jimbocho (das sogenannte "Bücherviertel"), weil ich mich für den Abend mit Dominique verabredet hatte.
Wir gingen zuerst in eine Mexikanische Bar. Eigentlich wären alle Beteiligten auch gerne noch in einen Club tanzen gegangen, doch mir ging es nicht so gut (ich hatte ein bisschen Schnupfen und wollte jetzt, wo meine Familie da war, nichts provozieren) und Dominique und ihr Freund mussten am nächsten morgen aus ihrem Hotel auschecken, da sie abends nach Kyôto weiterfuhren. Deshalb setzten wir uns anschließend einfach in ein japanisches Restaurant und aßen eine Kleinigkeit. Es war sehr lustig, doch ich war einfach unglaublich müde, da ich im Nachtbus mal wieder fast gar nicht geschlafen habe. Egal wie sehr ich es auch versuche, es klappt irgendwie nie... Gegen 23 Uhr trennten wir uns und ich fuhr mit einem der letzten Zügen zurück ins Hostel.

Am nächsten Tag fuhren wir in den Ueno Park, denn ich wollte so gerne schonmal ein paar Kirschblüten sehen. Wir kamen ein bisschen zur früh, denn noch nicht alle Kirschbäume waren in voller Blüte, nur einige ließen schon etwas von sich sehen.

Der Weg war allerdings noch nicht so sehr von Blüten gesäumt...


Der neue Skytree-Turm in Tôkyô. Noch viel höher als der Tôkyô-Tower.


Erstes Familienfoto :-) (Hab extra das etwas dunklere genommen, damit man uns nicht so arg erkennt ;-) )
Nach unserem Spaziergang im Park fuhren wir in das Viertel Shimokitazawa, in dem ich auch damals mit Tobi war. Dort gibt es viele interessante Läden, u.a auch Secondhandshops, die ich gerne besuchen wollte. Doch bevor wir losshoppten suchten wir uns erst ein passendes Restaurant, um uns zu stärken. Wir fanden einen guten Platz und aßen sehr leckere Spagetthi.
Dann erkundeten wir das Viertel ein wenig. Shimokitazawa ist im Vergleich zu anderen Tokioter Vierteln weniger pompös, doch dafür umso interessanter (und nicht ganz so teuer^^).


In einem Laden entdeckten wie diese coolen Brillen... haben wir aber doch nicht gekauft. Schade eigentlich :)






In dem Secondhandshop, in dem wir drin waren, war auch schon Un-jash, ein sehr lustiges japanisches Comedianduo.
Leider hatten wir nicht allzuviel Zeit, denn gegen 4 waren wir mit Naoko, einer Kollegin von Papa, verabredet. Sie wollte uns ihre neue Musikschule zeigen, die in Shinjuku liegt. Das traf sich gut, denn ich musste abends sowieso dorthin, da mein Bus nach Hause fuhr (ich wollte meine drei Darmstädter ja nur abholen, den Rest der Woche sollte ich nämlich arbeiten). Inge, Papa und Alena fuhren voraus und ich machte einen Abstecher ins Hostel um mein Gepäck zu holen.
"Die Rolltreppe mit Knick"
Während ich den Weg zu der Musikschule mühelos fand, irrten die anderen drei erstmal eine Weile lang herum... aber lassen wir das Thema. ;-)
Jedenfalls, ich erreichte das Ziel problemlos (auf dem Weg fuhr ich sogar eine Rolltreppe hinunter, die einen Knick hatte... das habe ich auch noch nie vorher gesehen!) Das fand ich so faszinierend, da musste ich glatt ein Foto von machen. Hoffentlich erkennt man darauf auch irgendwas, wenn man sie nicht vorher schon selbst gefahren ist.

Inge holte mich an der Ubahnstation ab und zeigte mir den Weg zur neuen Musikschule.
Dort angekommen wurde mir erstmal ein Stück Kuchen angeboten, das ich natürlich mit Freuden annahm. Papas Kollegin hat zwei kleine Jungen, Zwillinge, die etwas älter als ein Jahr sind. Die zwei waren total süß.

Es war sehr schön, mal in der neuen Musikschule gewesen zu sein, mit Naoko zu plaudern und den Kleinen zu spielen. Die Zeit verging allerdings wie im Fluge und schon mussten wir zum Shinjuku Bahnhof aufbrechen, da von dort aus mein Bus nach Nagano abfuhr. Wir verabschiedeten uns und machten uns auf den Weg.
Am Shinjuku Bahnhof angekommen wurde erst einmal die Bushaltestelle ausfindig gemacht. Alles klein Problem, sodass wir noch etwas Zeit hatten um zu essen. Später kam dann der vorübergehende Abschied, ich fuhr zurück nach Obuse während Inge, Papa und Alena noch bis Mittwoch früh in Tôkyô verweilten.
Es ging alles gut, ich kam heile daheim an und freute mich schon auf kommenden Mittwoch.

So, ich habe jetzt spontan beschlossen hier einen Cut zu machen, denn sonst würde der Blog zu lang werden und ihr müsstet ewig darauf warten. Immerhin habe ich schonmal vom "Überraschungswochenende in Tôkyô" berichtet. Ich versuche so schnell wie möglich einen nächsten Blog zu schreiben, versprochen!

Bis dahin, じゃあね!(^.^)

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