Geplant war ja eigentlich eine einwöchige Reise nach China, mit dem Zweck bei meiner Rückkehr nach Japan das Touristenvisum zu bekommen, dass ich noch etwas länger (und legal) in Japan hausen kann. Denn bei der Einreise nach Japan bekommt man ein Touristenvisum für 90 Tage. Dass das in China nicht so ist, wusste ich nicht. So stand ich am Dienstag, den 14.8 mit Koffern und Flugticket am Schalter zum Einchecken nur um zu erfahren, dass ich nicht fliegen kann, da kein Visum vorhanden. Für China muss man sich nämlich eines beantragen. Na super. Lief ja alles wie geschmiert... Es folgten Telefonate nach China, Obuse und Deutschland. Dann fuhr ich zur Chinesischen Botschaft in Roppongi, Tokyo. Ein Visum, welches ich nach nur einem Tag abholen könnte, hätte mich 100 Euro gekostet. Und dann noch einen neuen Flug zu buchen etwa 700 Euro. Da gerade Hauptsaison war, waren die Flüge nämlich teurer als gewöhnlich. So viel Bargeld hatte ich natürlich nicht dabei. Ich hätte für etwas weniger Geld (400 Euro) auch nach Korea fliegen können, doch einfach so ohne jegliche Vorbereitung in ein Land, in dem ich keinen kenne, das war mir dann auch zu blöd. Meine Hauptsorge galt aber nicht der Reise in ein anderes Land an sich, sondern eher: Wo bekomme ich ein gültiges Visum her? Meines war nämlich nur noch 5 Tage gültig...
Kurz vor dem Verzweifeln dann die erlösende Botschaft: Sarah konnte mir ein Touristenvisum ohne erneute Einreise ermöglichen. Dafür müssten wir nur nach Nagano in die Einwohnerbehörde fahren. Da fiel mir ein Stein vom Herzen. Das Visum würde ich am selben Tag, an dem ich es beantrage ausgestellt bekommen, das heißt, mir blieb noch Zeit. So blieb ich noch zwei Tage in Tokyo.
Am darauffolgenden Tag machte ich mich auf den Weg zum zweithöchsten Bauwerk der Welt, dem Skytree. Eigentlich plante ich auch hoch zu fahren, doch irgendwie hatte ich dann doch keine Lust sieben Stunden lang anzustehen...
Um den Fuße des Turmes herum ist ein großes Einkaufszentrum gebaut. Das schaute ich mir dann eben stattdessen an. War auch ganz interessant, aber irre voll. Irgendwann wurde mir die Menschenmenge zu viel und ich beschloss wo anders hinzugehen. Auf dem Weg nach draußen entdeckte ich allerdings noch einen Ghibli-shop, in den ich natürlich rein musste!
Dann fuhr ich nach Akihabara und diversen Gameshops zu stöbern. Dort fand ich einige lustige Dinge, wie diesen tragbaren "SuperNintendo-Boy". Super cool. Hätte ich mir sogar fast gekauft.
Zu guter Letzt fuhr ich nach Harajuku. Dort stöberte ich in einigen Second-hand Läden und fand ein super tolle Spielzeuggeschäft. Das verkauft allerdings nicht nur Spielzeug sondern auch Merchandise zu einigen beliebten Charakteren, wie Hello Kitty, etc.
| Das hier ist der Eingang zu einem neuen Kaufhaus. Dort ging ich auch kurz rein, so besonders dolle war es dann allerdings doch nicht. |
Am nächsten Tag hatten wir noch etwas Zeit, bis der Bus nach Nagano abfuhr. So setzten wir uns in den Yoyogipark, in der Nähe von Harajuku. Nanette und ich hatten sehr nette Gespräche.
Nanette ist sehr nett gewesen und schien sich wirklich auf Obuse zu freuen. Von Japan kannte sie nämlich nur Tokyo, was keine angemessene Repräsentation ist, wie ich finde. Denn Obuse muss man gesehen haben! Steht sogar in dem "Top 20 Must see places" von Japan! Jaa, in so einem berühmten Ort wohne ich! ;-)
Freitags fuhr ich mit Sarah dann gleich zum Einwohnermeldeamt und besorge mir für 40 Euro ein Touristenvisum. Um das ganze Geld, das ich umsonst investiert hatte schon echt schade. Unter "Lehrgeld" verbucht, denn nun bin ich schlauer und werde ab jetzt immer erst einmal die "Visumsfrage" checken.
Soviel zu meiner geplatzten Chinareise. Sehr schade, dass ich nicht gehen konnte, auch Madeleine war sehr, sehr traurig, doch alles hat wohl seinen Grund.
Wir verbrachten mit Nanette eine tolle Zeit, von der ich bald mehr erzähle. (Hoffentlich diesmal schneller...)
Bis bald! またね!(^.^)