Am Morgen des 4.1 und zwar genau um 7 Uhr und 10 Minuten waren wir wieder in Obuse. Weil wir im Nachtbus kaum geschlafen hatten, machten wir einfach einen Gemütlichen und gammelten ein bisschen herum.
Natürlich zeigte ich Tobi dann auch noch ein bisschen was von Obuse. Doch die meiste Zeit ruhten wir uns vom rumreisen in Großstädten aus.
Nach ausgiebigem Ausschlafen machten wir uns am 5.1 auf den Weg nach Nakano, denn ich wollte mit Tobi unbedingt zu dem tollen Secondhandshop gehen. Natürlich erreicht man den mit dem Auto am allerbesten, doch bei den gegenwärtigen Witterungen (Schnee, leicht rutschige Straßen und keine Schneeketten auf den Autoreifen) blieb uns nichts anderes übrig als mit dem Zug zu fahren und einen Marsch von unbekannter Länge auf uns zu nehmen. Die ungefähre Richtung meinte ich zu wissen, fragte aber lieber noch mal bei einer Tankstelle nach. Richtung stimmte und nach bestimmt 40 minütigem Marsch waren wir endlich am Ziel angekommen. Eine ganz schön weite Wanderung für nur ein Geschäft... Aaaber es lohnte sich! Wir verbrachten bestimmt gute drei Stunden darin, da wir uns richtig Zeit nahmen und das komplette Geschäft nach und nach durchkämmten. Natürlich wurden wir auch fündig.
Bald bemerkten wir, dass wir eigentlich ziemlich hungrig waren und so gingen wir im Family-Restaurant gegenüber etwas essen, bevor wir uns wieder auf den Heimweg machten.
Zurück am Hauptbahnhof wartete schon der ungefähr coolste Zug auf uns, den es gibt. Der Expresszug hatte nämlich vorne Fenster, man konnte also alles wie aus der Zugfahrerperspektive sehen. Wir fanden das klasse, der einzige Mitpassagier der neben uns saß fand uns wahrscheinlich zu laut und das Ganze eher nicht so witzig. Aber egal, wir hatten Spaß!
| Gut, dass wir nicht peinlich sind... :-) |
| Während der Fahrt |
Vom Bahnhof in Yudanaka mussten wir dann in einen Bus umsteigen, der uns in die Nähe des Parkes bringen sollte. Zum Glück kam gleich eine hilfsbereite Touristenführerin auf uns zu und gab uns einen Busfahr-und Lageplan. Wir hielten ein bisschen Smalltalk mit ihr, natürlich war sie hellauf begeistert, dass ich in Obuse wohne und die Babysitterin von Sarah bin, die sie ebenfalls kennt. Der Bus kam allerdings nicht und so hatten wir schon Angst, nicht mehr rechtzeitig zum Park zu gelangen, bevor dieser schließt. Netterweise bot uns die Frau sogar an, uns mit ihrem Auto zu fahren. Doch in diesem Moment bog auch schon der verspätete Bus um die Ecke, sodass ihr ein langer Weg erspart blieb.
Nach etwa zwanzigminütiger Fahrt kamen wir bei dem Eingang des Weges zum Park an. Von hier aus waren es dann noch mal ungefähr 30 Minuten zu Fuß.
| Sah mit Schnee dann doch alles ganz anders aus... |
Weil wir so gute Läufer sind, kamen wir natürlich noch rechtzeitig am eigentlichen Eingang des Parks an. Endlich dort angekommen, konnten wir das Zusammensein mit den in Onsen badenden Affen genießen.
Am Samstag, den 7.1 waren wir mit Kaori zum Eislaufen verabredet. Yuki kam spontan auch noch mit. So fuhren wir zu viert nach Nagano ins M-wave, der Halle der olympischen Spiele von 1998.
Das M-wave ist eine riesige Halle mit interessantem Design.
Wir liehen uns Schlittschuhe aus und dann ging es schon los. Die Eisbahn war sehr groß, nicht mir dem kleinen Ding in Darmstadt zu vergleichen. Das hieß dann aber auch: mehr laufen...
Es gab auch eine extra Spur für die ganz Schnellen, also für uns :-) Nagut, so schnell konnten wir auch nicht Schlittschuhlaufen, deshalb überliessen wir das lieber denen, die sich extra ihren hautengen Neoprenanzug angezogen hatten und auf der Bahn rumsausten.
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| Natürlich ein obligatorisches Selbstauslöser-Gruppenfoto :-) |
Nach einer halben Stunde taten mir aber bereits die Knöchel weh, was bestimmt an den geliehenen Schlittschuhen lag. Spaß gemacht hat es trotzdem!
Bevor wir nach Hause zurückfuhren, gingen wir noch im Cocos Restaurant etwas essen. Die Pommes dort sind die Besten, die ich je gegessen hatte! Die wollte ich Tobi unbedingt essen lassen. Er war zum Glück genauso begeistert wie ich, aber ich hatte natürlich nichts anderes erwartet :-)
Sonntag, der 8.1 bedeutete Abschied, denn in der Nacht auf Montag sollte das Chuo-Taxi Tobi zum Flughafen nach Narita bringen. Den Tag verbrachten wir gemütlich, gingen in den Onsen und gegen Abend dann zu Sarah nach Hause, zu einem Kennenlern-Willkommen-Abschiedsessen. Das Essen war sehr schön, doch leider habe ich nicht daran gedacht ein Foto zu machen...
Endlich lernte Tobi Sarah, Joe und William kennen. Und auch ich lernte jemand Neues kennen: Henry, der neue Hund. Wie ihr euch vielleicht noch erinnert fuhr Sarah an dem Tag, als sie mich am Narita Flughafen absetzte noch weiter zu einem Hundezüchter, um sich dort einen Hund zu kaufen. Henry ist ein sehr süßer aber großer Goldenretriever. Aber dazu später mehr.
Nach dem Essen gingen wir wieder zurück ins Watanabe Haus um Tobis Gepäck startklar zu machen. Das Taxi hatte sich für 2 Uhr 50 in der Früh angekündigt. Gut, ein bisschen Schlaf sollte noch drin sein. Ich stellte den Wecker auf 2:20 Uhr. Eine halbe Stunde sollte ja reichen. Denkste. Kurz vor dem Weckerklingeln klingelte mein Handy und Yuki hämmerte an meine Tür. Das Taxi war schon da, viel zu früh! Und der Fahrer war auch nicht gerade einer von der geduldigen Sorte. Das hieß, schnell anziehen und auf ins Taxi. Ich streifte mir noch meinen Mantel über, schlüpfte in meine Stiefel und begleitete Tobi noch hinaus in die Kälte. Im Taxi saßen bereits zwei Passagiere. Der Taxifahrer hielt die Tür des Kleinbusses auf und schaute Tobi erwartungsvoll an. So blieb leider keine Zeit mehr für einen ausgedehnten Abschied. Schnell noch ein Küßchen und weg war er...
So schnell waren die zwei gemeinsamen Wochen also wieder rum. Wir haben aber viel erlebt, viele Dinge gesehen und vorallem habe ich Tobi die japanische Kultur näher gebracht und sein Japanbild grundlegend verändert. Ich hoffe, er versteht jetzt, warum ich Japan so gerne mag :-) Fazit: Gerne wieder! Vielleicht lässt es sich ja organisieren, dass er nochmal herkommt, oder wir zu einem späteren Zeitpunkt gemeinsam nach Japan fliegen.
Während mein Arbeitsalltag Montagmorgens wieder begann, saß Tobi derweil im Flugzeug nach Deutschland. Am Abend erhielt ich dann einen Anruf von Tobi, dass er gut in Deutschland angekommen war (sogar früher als erwartet). Gut, also kein Grund zur Sorge.
Nun begann auch für Tobi wieder der Alltagstrott.
Da gestaltete sich mein Arbeitsalltag doch etwas interessanter, denn mit Neuem Familienmitglieg ergibt sich auch ein neuer Tagesablauf... Doch dazu mehr in einem anderen Blog. :-)
Bis bald, じゃあね!(^v^)/

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