Am darauffolgendem Tag, dem 8.4, teilten wir uns auf: Inge und Papa gingen zum Fushimi Inari Schrein (dort war ich mit Tobi auch. Das ist der Ort am Berg an dem ganz, ganz, gaanz viele rote Tore aufgestellt sind.), während Alena und ich uns mit Dominique und ein paar anderen zum "Hanami machen" verabredet hatten. Wir erkundeten noch einen kleinen Schrein in der Nähe unseres Hauses und gingen dann Richtung Treffpunkt.
Unser Weg verlief entlang des Kamogawa Flusses, der von blühenden Kirschbäumen gesäumt war. Das Wetter war ebenfalls sehr gut. Glück gehabt :-)
Wir liefen eine ziemlich lange Strecke, doch da wir es sonst nicht mehr rechtzeitig geschafft hätten, nahmen wir für das letzte Stück doch nochmal die Ubahn. Doch bevor das große Schlemmen losging, deckten wir uns in einem Supermarkt erst einmal kräftig mit Futter ein. Denn beim Hanami ("Blumen schauen") geht es darum, sich unter einen blühenden Kirschbaum zu setzen und zu fressen bzw. trinken bis zum Umfallen... oh, und natürlich sollte man sich bei dieser Gelegenheit auch mal die Kirschblüten anschauen :-)
| Unsere "Hanami-Gruppe" |
| Das, was Alena und ich gekauft hatten(außer die Reisbällchen)... |
| ...zusammen mit dem was die anderen mitbrachten... |
| ...tja, man sieht, wir hatten wirklich genug zu essen :-) |
Um kurz nach 5 haben sich Alena und ich dann wieder auf den Heimweg gemacht. Dieses Mal nahmen wir aber nicht, wie gewöhnlich, die Brücke zum überqueren des Flusses, sondern die Schildkrötensteine, die aus dem Fluss herausragten.
Auf dem Nachhauseweg versuchte ich ständig Papa auf seinem Handy zu erreichen, doch das war ein Ding der Unmöglichkeit, da sein Handyakku alle war. Wir hatten allerdings den Hausschlüssel (es gab nur einen) und hatten schon Angst, dass die beiden mit super "guter" Laune vor der Haustüre auf uns warten. Doch wie, als hätten wir uns abgesprochen, trafen wir uns zufällig an der Ampel einer Kreuzung, gar nicht weit vom Haus entfernt. Puh, da hatten wir aber nochmal Glück gehabt. Ein bisschen daheim ausgeruht, etwas gegessen (bzw. Inge und Papa aßen etwas, denn Alena und ich waren einfach nur pappsatt) und schon ging es weiter. Das Ziel des Abends hieß: Kiyomizu-dera, der Tempel mit der großen Holzterasse, da dort die Kirschblüten angestrahlt werden sollten. So genau wussten wir das allerdings nicht, wir vermuteten es nur. Am Ende stellte sich heraus: an diesem Tag war der letzte Tag, an dem die Blüten illuminiert werden sollten. Wow, nochmal Glück gehabt! :-) Doch bevor wir uns den erleuchteten Tempel mit Kirschblüten anschauten, mussten wir erstmal noch etwas erledigen. Etwas sehr wichtiges! Wir mussten einen Creampuff essen! Und zwar mit Sakuracreme gefüllt! Hmmm, waren die lecker! :-)
Dann ging es aber sofort und ohne weitere Verzögerungen zum Tempel :-)
Auch wenn noch nicht alle Kirschbäume voll aufgeblüht waren, so war es doch sehr schön anzusehen.
Am Tag darauf wollten wir in die "Stadtmitte" etwas shoppen gehen. Auf dem Weg zur Bushaltestelle kamen wir an dem Laden eins Origami-meisters vorbei, in den wir natürlich nochmal reinguckten. War schon recht beeindruckend, was der alte Mann dort schuf. Die Besonderheit an seinen Origamifiguren ist nämlich, dass sie alle aus nur einem Stück Papier gefaltet sind. Ohne Schneiden, ohne Kleben.
Inge kaufte sich ein Origamibuch und bekam sogar noch ein Autogramm vom Meister persönlich.
In der Shoppinggasse Teramachi angekommen trennten sich unsere Wege. Alena und ich gingen auf eine "Weiber-shopping-tour" und wühlten uns durch sämtliche Läden. Nach anderthalb Stunden trafen wir uns wieder und gingen Okonomiyaki essen.
Später machten wir uns auf Richtung silberner Pavillon, da sich dort der bekannte Philosphenweg befindet.Während der Kirschblüte ist es dort besonders schön, da der Weg von blühenden Kirschbäumen gesäumt wird. Leider hat das Wetter nicht so mitgespielt, denn als wir ankamen fing es erstmal an zu regnen. Natürlich hatten wir alle keinen Schirm dabei. Logisch. So flüchteten wir uns in das Erstbeste Cafe und tranken dort eine (teure) Kleinigkeit. Als der Regen etwas nachließ, gingen wir wieder nach draußen. Damit es ja auch aufhört zu regnen, kaufte ich mir schnell einen Regenschirm. Denn Murphys Gesetz zufolge, müsste es es das dann ja. Tat es auch, nur zwischendurch gab es noch mal einzelne Schauerchen. Aber so konnte ich wenigstens meinen neuen Regenschirm ausprobieren.
| Was man hier alles findet: Einen mobilisierten Godzilla! (Extra für Tobi fotografiert ;-) ) |
| Wir entdeckten diese coolen Hello-Kitty "Brillen". Natürlich musste ich mir eine kaufen - weil sowas von KAWAII :-) |
| Der "Gang" zum "Restaurant" :-) |
Als wir eintraten, klappte der Mutti erstmal die Kinnlade herunter, da sie mit so vielen Gästen wohl nicht gerechnet hatte (es kamen später noch mehr). Sie erklärte mir, dass, sobald mehr als drei Gäste kommen wollen, müsse mal telefonisch vorher bescheid sagen. Eigentlich total komisch, denn wir vier hätte ja quasi auch sepparat kommen können... Egal, hauptsache was zu futtern. Und das gab es! Es war suuuper lecker!
Und zum Glück hat es den anderen drei ebenfalls gut geschmeckt (hatte ja aber eigentlich nichts anderes erwartet...).
| Unsere leckeren Tagesmenüs. Alles vegan! |
| Das Kätzchen war natürlich auch wieder da :-) |
Am Dienstag, den 10.4 war ein Tagesausflug nach Arashiyama geplant. Wir fuhren mit einer kleinen Bimmelbahn in den etwas außerhalb gelegenen Bezirk Kyôtos. Wir gingen spazieren und genossen das angenehme Wetter.
| Nachdem wir durch einen Teil des Bambuswaldes gegangen waren, besuchten wir den Tenryu-jin Zen Tempel. Dieser hatte ein riesiges Gelände mit wunderschön blühenden Pflanzen |
Nach Besichtigung der Außen und Innenanlage des Tempels gingen wir erstmal etwas essen. Danach zeigte ich Inge, Papa und Alena den Weg, den ich mit Tobi damals gegangen bin, etwas außerhalb des Massentourismus.
| Auf dem Weg trafen wir den ungefähr süßesten Hund der Welt! Und wie weich der war!! :-) |
Falls sich noch jemand erinnert: in dem Geschäft am linken Straßenrand, kaufte ich mir eine kleine aus Seidenraupenkokons gefertigte Katze. Das eigentliche Geschäft aber lag eher versteckt eine Treppe hinauf, auf einem Hügel zwischen Bäumen. Wir fanden es, weil die Frau des älteren Mannes, der die Tiere herstellt uns darauf aufmerksam machte. Als wir das Geschäft betraten kriegte sich der ältere Mann kaum mehr ein. Er freute sich und babbelte einfach munter drauf los.
Nach einer Weile munteren Geplauders und um ein paar Souvenirs reicher verließen wir das Geschäft wieder. Inge und Papa wollten unbedingt noch zum Ende der Straße laufen, doch Alena und ich waren zu müde. Also warteten wir zwei einfach auf einer Treppe.
Als wir abends wieder in unserem Haus ankamen, mussten wir auch schon wieder packen, denn am nächsten Tag sollte es Richtung Fuji gehen. Ob wir ihn dieses Mal sehen können? Für den nächsten Tag jedenfalls war sehr schlechtes Wetter vorhergesagt...
Am Mittwochmorgen, den 11.4 kamen unsere Vermieter noch vorbei. Sie zeigten uns das Haus neben unserem, welches sie ebenfalls vermieten. Auch dieses war ein sehr schönes traditionelles japanisches Haus. Ein bisschen zu traditionell, denn die Toilette befand sich draußen (es sah ein bisschen aus wie ein Plumpsklo...) und es gab kein Bad. Früher nämlich, war es sehr unüblich ein Bad im Haus zu haben. Es gab (gibt es auch immer noch) öffentliche Waschhäuser, die man dann ein paar Mal in der Woche besuchte. Na, ich bin froh, dass wir das Haus mit Bad hatten...
Zum Abschied gab es noch ein gemeinsames Foto mit unserem Vermieterehepaar vor unserem Häuschen.
Dann konnte es losgehen. Kaum waren wir aus Kyôto draußen, fing es auch schon an zuzuziehen und zu regnen... Oh je, ob wir dann eine Chance hatten Fuji-san sehen zu können? Mehr davon gibt es aber erst im nächsten Blog ;-)
Bis dahin, またね!(^0^)

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