Hallo ihr Lieben. Endlich gibt es mal wieder Nachricht von mir. Nein, ich bin weder verschollen oder ähnliches, ich hatte in letzter Zeit einfach sehr viel zu tun. Hinzu kommt noch, dass ich für 12 Tage wieder zurück in Deutschland war. Es war sehr schön mal wieder daheim zu sein und Familie sowie Freunde zu treffen. Hier nochmal ein riesen Dankeschön an alle :-) Und für die, die ich nicht treffen konnte: Ich komme ja wieder. Anfang Oktober muss ich ja (leider) zurück, denn irgendwann muss ich schließlich weiterstudieren :-)
Jeder kochte etwas: Yuto machte Udon mit Tempura, Yuki machte Soba und ich bereitete einen Auberginen-Tomaten Auflauf zu. Insgesamt sehr lecker!
Nach dem Film erwartete mich aber die größte Überraschung überhaupt: Alle Kinobesucher nahmen ihren Müll mit nach draußen, wo schon ein Angestellter des Kinos mit riesigen Mülltüten wartete. Sprich: Das Kino sah nach dem Film genau so aus wie davor, nämlich sauber! Wahnsinn! Als ich erklärte, dass wir in Deutschland irgendwie nicht ganz so sauber sind (mal Ehrlich: das Kino sieht nach dem Film aus wie ein Schweinestall), bekam ich nur ein "Wieee? Eeecht? Wieso das denn?" zu hören. Und als ich noch hinzufügte, dass das Popcorn sogar an der Decke klebt war es ganz vorbei. Ich bekam nur noch ein Kopfschütteln entgegen. Tjaja, so sind wir nunmal... halt irgendwie nicht ganz so sauber. Können ja andere wegmachen...
Der Vortrag auf der Obusession war ebenfalls interessant. Zu Gast war ein Lichtspezialist, der schon viele namenhafte Gebäude mitdesignt hat. Eine der coolsten Erfindungen, die er präsentierte waren die von unten beleuchteten Weingläser, wie ich finde.
Später am Abend wollten wir uns alle den "Supermond" und Sternschnuppen anschauen und fuhren nach Suzaka, Obuses benachbarte Stadt. Doch so super war der Mond dann irgendwie doch nicht, zumindest nicht von dort aus gesehen. Außerdem war es zu bewölkt, um Sterne zu sehen, geschweige denn Sternschnuppen. Also ging es leicht enttäscht wieder zurück nach Hause.
Irgendwann nach der Obusession, ich weiß nicht mehr genau an welchem Tag, kam eine neue Helferin. Es war die Mutter von Cherie, die letzten Herbst mit ihrem besten Freund Antoine hier in Obuse war. Janine war wirklich toll! Sie war sehr nett und man konnte sich super mit ihr unterhalten.
Freitag, der 11.5 begann für alle sehr früh, denn wir fuhren zu dritt (Sarah, William und ich) nach Tôkyô. Sarah hatte dort ein Meeting und nahm uns mit. Das Viertel an sich war jetzt nicht besonders spektakulär, doch in der Nähe gab es einen kleinen Schrein und einen Park mit Spielplatz.
Der Spielplatz war natürlich besonders toll, denn der hatte einiges zu bieten. William wollte gar nicht mehr nach Hause gehen, als es an der Zeit war.
Abends gingen wir in einem kleinen italienischen Restaurant etwas essen. Da mir Sarah den nächsten und übernächsten Tag freigab, beschloss ich, noch eine Weile in Tôkyô zu bleiben. Zuerst fuhr ich nach Shibuya und dann nach Shimokitazawa shoppen. Da ich dieses Mal weder etwas kulturelles noch sinnvolles (außer shoppen, was natürlich eine der sinnvollsten Aktivitäten darstellt!) gemacht habe, habe ich (außer von den Schuhen, die ich mir gekauft hab) nicht mehr groß fotografiert.
Der
16.5 war der Geburtstag von Janine, weshalb wir beschlossen, abends nett essen zu gehen. Wir gingen in das schöne Restaurant nebenan, in dem ich auch mit Inge, Papa und Alena war. Dort esse ich immer dasGleiche, einfach weils so lecker schmeckt! (Tempura auf Reis). Da vorne im Restaurant allerdings alles besetzt war, konnten wir hinten im Tatami-zimmer essen. Ich wusste gar nicht, dass es dort sowas gibt! Und dabei bin ich ja schon fast sowas wie ein Stammkunde! Frechheit! ;-)
 |
| Janine und ich :-) |
 |
| Essen im stylischen Tatamizimmer |
Im letzten Post (der natürlich schon eine Weile her ist) hatte ich erzählt, dass ich an meinem Geburtstag an einer Kimonostunde teilgenommen habe. Dort gehe ich jetzt regelmäßig hin. Es macht total Spaß und jetzt kann ich mir immerhin schonmal den Obi (der große Gürtel auf dem Kimono) fast fehlerfrei binden.
 |
| Kimonostunde am 17.5. Der Kimono, den ich trage gehört meiner Lehrerin. Den hat sie damals von ihrer Mutter geschenkt bekommen und trug ihn in fast demselben Alter, in dem ich jetzt bin. |
In der darauffolgenden Stunde (22.5) zeigte mir die Lehrerin, wie man einen Obi sonst noch so binden kann. Ganz schön knifflig teilweise! Und manchmal geht das ohne fremde Hilfe gar nicht...
 |
| Den hier zum Beispiel kann ich gar nicht selbst machen. Selbst meine Lehrerin hat ziemlich lange dafür gebraucht. |
 |
| Und die Schleife hab ich selber gemacht :-) |
 |
| Von zuhause in Deutschland brachte ich einen Yukata mit, den eine Freundin von Papa mir mal geschenkt hatte. Auch hier ließ sich einiges zaubern. (12.6) |
 |
| Mit ganz eigenem Obi und brandaktuell (26.6) |

Wenn wir fertig mit dem Anprobieren und üben sind, sitzen wir meist noch länger zusammen und unterhalten uns bei einer Tasse Tee und wirklich leckerem Essen, das unsere Lehrerin zubereitet.
Das waren einige Auszüge aus den bisherigen Kimonostunden. Zwar in chronologischer Reihenfolge, aber zwischen den einzelnen Sitzungen wurde es mir natürlich nicht langweilig...
Deshalb: zurück zum
19.5. Da fand in Obuse ein Frühlingsfest statt. Ein paar ausgewählte Menschen der verschiedenen Stadtteile Obuses trafen sich und zogen dann gemeinsam mit Musik und Laternen zu einem Platz, an dem sich alle trafen. Das Fest erinnerte mich an das Fest damals, das am "Alten Buchfest" gehalten wurde. Zu dieser Zeit waren Cherie, Antoine und sogar mein Papa da. Diesmal aber lief ich mit William und Sarah den Laternenzug mit. Später durfte ich sogar eine Laterne ein kleines Stück tragen. Gar nicht so einfach, die so gerade nach oben zu halten, denn so sehr leicht waren die nicht.
 |
| "Higashi-machi", der östliche Stadtteil von Obuse, in dem Sarah wohnt. |
 |
| Auf dem Platz gab es dann noch eine Trommel-mit-Gesang-performance |
 |
| Alle Stadtteile von Obuse |
 |
| Nach der Performance ging es weiter zu einem Schrein in der Nähe |
 |
| An diesem Schrein brachte Papa dem kleinen William das Wort "Dumpeltree" bei, was natürlich keinen Sinn hat :-) |
 |
| Der Schrein wurde geöffnet und eine Zeremonie abgehalten. Allerdings durften nur ausgewählte Menschen im Inneren an der Zeremonie teilhaben. Der Rest der Menschen stand davor. |
 |
| Zwei Frauen tanzten dem Fuchstanz. |
 |
| Danach folgte der Drachentanz. |
Insgesamt war das Fest sehr schön und irgendwie mystisch, vor allem als der "Drache" getanzt hat. Ich habe auch ein kleines Video vom Drachentanz gemacht, doch irgendwie kann ich das nicht hochladen... :-(
Am
24.5 fand in Williams Kindergarten ein Ausflug statt. Deshalb wurden die Eltern gebeten, dem Kind ein O-Bento, also eine Lunchbox zu machen. So kam ich in den Genuß, das erste Mal ein richtiges Bento zuzubereiten. Gar nicht mal so schlecht gelungen, wie ich finde. Es sah süß aus und außerdem hat William es gegessen! :-)
 |
| Die Arbeitsplatte sah hinterher allerdings gar nicht mehr so süß aus... :-) |
In der Nacht desselben Tags kam das Taxi und fuhr mich zum Flughafen. Denn es ging heim nach Deutschland! Der Flug war ok, auch wenn ich keinen Fensterplatz mehr bekommen hatte.
Meine Zeit in Deutschland grob zusammengefasst: Mit Leuten treffen, essen, essen gehen, zum essen eingeladen werden und Leute treffen... War manchmal ein bisschen stressig, aber alles in allem doch mal wieder schön!
Trooootzdem war ich überglücklich wieder nach Japan fliegen zu können! Am abend des
6.6 war es dann soweit: der Rückflug stand an! Diesmal mit einem Fensterplatz ging es auf die Reise. Leider ging kein Flug, der mich hätte rechtzeitig zur Obusession bringen können, sodass ich diese leider verpasste... Naja, bald ist ja wieder eine. Und dann werde ich meinen Yukata tragen! :-)
Wieder zurück wurde ich freudestrahlend vom kleinen William empfangen. Er umarmte mich stundenlang und wollte mich gar nicht mehr gehen lassen. Er hat mich anscheinend wirklich ziemlich vermisst. Jetzt bin ich ja wieder eine Weile da, aber an den endgültigen Abschied mag ich gar nicht denken... Henry hat sich ebenfalls ein Loch in den Bauch gefreut und ist wie blöd im Wohnzimmer rumgehüpft.
Im Hühnerstall wartete noch eine ganz kleine Überraschung auf mich: Während meiner Abwesenheit ist ein kleinen Küken geschlüpft! Leider nur eines und nicht mehrere, aber immerhin eines!
 |
| Da war es noch wirklich winzig. Mittlerweile ist es gar nicht mehr soooo klein... |
Am
16.6 dann fing der Stress erst richtig an: William war am kränkeln, ihm ging es gar nicht gut. Sarah musste allerdings in die etwa zwei Stunden entfernte Stadt Ina fahren, da sie dort einen Vortrag hatte. Sie beschloss kurzfristig uns beide mitzunehmen, da sie in der Nähe sein wollte, falls etwas nicht mit William stimmt. Während Sarah in ihrem Meeting war, schlief der Kleine fast die ganze Zeit. Ich schob ihn eine Weile mit dem Kinderwagen draußen umher und schaute mir so die Umgebung an. War nicht sehr schön dort, deshalb habe ich auch fast keine Fotos gemacht. Dazu kam noch, dass es leicht geregnet hat, was die Szenerie natürlich nicht unbedingt verschönerte... Als Sarah gegen Abend wieder kam und es William nicht besser ging, fuhren wir in ein nahgelegenes Krankenhaus. Ich dachte erst, dass wir ja wohl nicht allzu lange bleiben würden, doch das stellte sich als falsch heraus. Er wurde geröngt, bekam eine Infusion (der Kleine war wirklich tapfer!), bekam Blut abgenommen und musste eine Oxygenmaske ausziehen. Die Ärtze sagten, es handele sich um eine Art Bronchitis und sein Oxygenlevel sei zu niedrig. Würde es weiter sinken, könne das ernsthafte Hirnschäden mit sich ziehen. Da wurde mir schon ein bisschen anders...
Sowas schlimmes ist zum Glück aber nicht passiert. Sarah und William verbrachten die Nacht im Krankenhaus und ich fuhr zurück in unser großes Hotelzimmer, das wir gemietet hatten.
Am nächsten Tag brachte ich die restlichen Sachen aus dem Hotelzimmer, die wir bei der Hals-über-Kopf-ins-Krankenhaus Aktion nicht mitgenommen hatten, zu Sarah und William. Beide waren sehr erschöpft und müde. Sarah sagte mir, dass sie voraussichtlich eine ganze Woche hier bleiben müssen. Das klang gar nicht gut... Auch musste William jetzt unter einem Sauerstoffzelt liegen, denn die Maske wollte er partout nicht anbehalten.
Gegen Nachmittag kam Joe und brachte Übernachtungssachen für die beiden. Mich nahm er daraufhin wieder zurück nach Hause. Sehr, sehr müde ging ich früh schlafen.
Die nächste Woche half ich Joe ein wenig im Garten sowie Haushalt.
Am
Mittwoch, den 20.6 durfte ich Joe in die Schule begleiten. Ich konnte mir den Englischunterricht der 5ten und 6ten Klasse anschauen. Es war sehr interessant zu sehen, wie anders die Schule, verglichen mit dem was man so aus Deutschland kennt ist. Der Unterricht an sich war zwar ganz nett, es wird versucht den Kindern spielerisch Englisch beizubringen (mit einem Ratespiel: Jeder schreibt drei Dinge auf die er mag und drei Dinge die er nicht mag, das wird dann der Klasse vorgelesen und sie müssen raten, um wen es sich dabei handelt.), doch wirklich effektiv und langfristig ist das nicht. Ich kann mich noch an meine Zeit in der 5ten und 6ten Klasse erinnern. Da haben wir uns durch blöde Lernbücher mit Grammatik und pipapo gewälzt. Damals mochte ich das nicht besonders, doch heute bin ich dankbar, da ich imstande bin auf Englisch zu kommunizieren. Die Schüler hier allerdings werden das wohl nicht können...
 |
| Beim "Konversation üben" |
Was mich aber wiederum beeindruckt hat war, dass jeder im Stande war zu erraten, wer den Zettel geschrieben hat. Sogar bei dem kleinen Hinweis "Ich mag die Farbe Helllila" flogen die Hände nach oben. Jeder wusste wer gemeint war. So einen starken Klassenzusammenhalt haben wir in Deutschland nicht (zumindest nach meinen Erfahrungen). Hier in Japan, so habe ich das Gefühl, zeigen die Kinder sowieso mehr Interesse. Als ich die Klasse betrat, kam mir erstmal ein Wortschwall entgegen "Hääääääää? Wer ist das deeeenn? Coool!". Die Kinder in der 6ten Klasse konnten sogar Zeit für eine kleine Fragerunde aufrbingen. Das Lustige daran: Sie fragten mich nicht etwa, wo ich studiere, was ich so mache, sondern eher so etwas wie "Magst du Lady Gaga? Findest du Hello Kitty süß? Was ist dein Lieblings Disney-charakter?!". Zwischendurch kamen auch Fragen wie "Was ist dein Lieblingsessen in Japan? Warum magst du Japan?". Und als ich erzählte, dass mein Papa jedes Jahr nach Tokyo kommt um dort Klavier zu unterrichten, war ausnahmslos jeder beeindruckt. :-)
 |
| Das Thema des Tages: I like/ I dont like |
 |
| Alles sieht in einer japanischen Schule anders aus. Freundlicher wie ich finde |
 |
| Zu Mittag holen Kinder (die zum Dienst am heutigen Tag eingelteilt sind) Essen und bringen es in die Klasse. Dort wird dann zusammen gegessen. Auch das hilft einer Klassengemeinschaft zueinander zufinden, denke ich. Gute Idee. |
 |
| Am Schuleingang stehen Schuhregale. Denn auch in der Schule gilt: Hausschuhe statt Straßenschuhe! So bleibt die Schule sauber. Oder zumindest sauberer :-) |
Es hat mir wirklich Spaß gemacht und mich vielleicht über den Beruf eines Lehrers in Japan zum nachdenken gebracht... :-)
Auch den Schülern scheint es gefallen zu haben, dass ich da war, denn Joe erzählte mir, dass alle in dem Unterricht eine Woche später nach mir fragten. "Wo ist denn Leo-san??? Kommt sie nicht mehr?!" Tja, und sogar auf der Straße werde ich von ihnen angesprochen. Das hebt meine Popularität im kleinen Obuse natürlich nochmal um Einiges an ;-)

Am darauffolgenden Tag fuhr ich mit dem Zug zu William, der immernoch im Krankenhaus sein musste. Sarah hatte die letzten Tage ihre Arbeit eingestellt, musste aber für ein paar Meetings mal wieder nach Hause. Als ich ankam freute er sich natürlich tierisch! Sarah erzählte mir, dass er auch öfters nach mir gefragt hat. Während Sarahs Abwesenheit vertrieben wir uns die Zeit mit Spielen, Stickern und Singen. Denn William ist ein richtig guter Singer geworden! Sowohl englische als auch japanische Lieder gehören zu seinem Repertoire. Neuerdings versucht er sich auch an "Oh Tannenbaum" und "Alle meine Entchen".
Freitags ging es ihm schon merklich besser. Wir machten viel Quatsch und amüsierten uns so gut es ging.Wie man auf dem Bild sieht, machte es ihm einen Heidenspaß sich die Windel auf den Kopf zu ziehen. Ich war nur froh, dass es ihm wieder besser ging! :-)
Weiterhin war es aber unklar, wann er denn entlassen werden konnte. Donnertags hieß es vielleicht Samstag, Freitags hieß es vielleicht am Sonntag. Deshalb bekam ich
Samstag, den 23.6 frei. Was also tun? Sarah erzählte mir von einem Punkt, an dem die Erdanziehungskraft stärker als gewöhnlich sein soll. Die Krankenschwester war so nett und sammelte Informationen aus dem Internet. Mein Ziel: der nicht ganz so weit entfernte "Powerspot". Da William schon um sechs Uhr morgens aufwachte, war ich sehr früh dran. Ich begab mich auf die kleine Reise ins Ungewisse. Im Endeffekt war der Weg allerdings einfacher als zuerst gedacht. Ich stieg zweimal um bis mich dann der Linienbus zum Parkplatz brachte, von dem aus dann ein Shuttlebus zum Powerspot fuhr.
 |
| Hier mal ein paar Fotos von der Gegend |
 |
| In der Nähe des Bahnhofes von Ina |
 |
| So früh morgens waren die Geschäfte allerdings noch geschlossen |
 |
| Im Bahnhof. Dort musste ich eine Weile auf den Bus warten. |
Endlich angekommen (Das Ganze hat schon an die zwei/ zweieinhalb Stunden gedauert) war ich gespannt. Ein kleiner Schmaler Weg führte in einen Wald hinein. Ein süßer Duft lag in der Luft und irgendwie erwartete ich etwas Spektakuläres...
Aber irgendwie war das Alles... Sitze aus Holz, die ein bisschen den Abhang hinuntergingen. Auch habe ich von der angeblich stärkeren Gravitation nicht viel gemerkt... Es heißt, bei körperlichen Beschwerden würde ein Besuch bei dem Powerpoint Schmerzen lindern, was erklärt, warum so viele ältere Besucher da waren. Soo interessant war es dann aber irgendwie doch nicht. Schade.



Aber gut, zumindest der Wald war schön. Und: da der Powerpoint in Japan wohl sehr bekannt ist, kann ich immerhin sagen, dass ich da war. Ist ja auch was, auch wenns nicht so doll war. Dann bekam ich einen Anruf von Sarah. Sie sagte, William könne heute nach Hause gehen! Super, das war mal eine gute Nachricht! Wir trafen uns ein paar Stunden später auf den Busbahnhofparkplatz, circa die Hälfte des ganzen Weges. Nun hatte ich die Wahl: Entweder ich konnte auf das Glühwürmchenfest in einer Stadt in der Nähe gehen oder mit nach Hause kommen. Ich entschied mich für den Abenteuerlichen Part. Wir gingen gemeinsam noch etwas essen, dann fuhren beide heim und ich machte mich auf den Weg das Glühwürmchenfest in Tatsuno zu entdecken.

Gegen Mittag war hier noch nicht so viel los, die Straßenränder waren zwar mit Buden vollgestellt, doch es waren noch nicht so viele Gäste da. Das lag daran, dass das Fest erst gegen 6 Uhr abends losging. Je näher diese Zeit rückte, desto mehr kamen die Menschen. Vorher hatte ich aber noch genügend Zeit, um mich umzuschauen.
 |
| Dieser Vater zeigte seinem Sohn, wie man die Goldfische fängt |
 |
| Guck mal Alena! Hier gab es sogar Rotapotatoes! Oder wie auch immer die heissen :-) |
 |
| Ein bisschen am Rande des Festes |
 |
| Man beachte die Glühwürmchen auf dem Pfeiler :-) |
 |
| Vorbereitungen zur Parade |
 |
| Dann um fünf Uhr die Eröffnung des Festes von einer Gruppe junger Taiko-Trommler. Wirklich beeindruckend, dass sogar schon die Kleinen so eine Power aufwenden können! |
 |
| Da wurde es schon voller... |
Um kurz nach fünf fing dann die Parade an. Diese bestand hauptsächlich aus Grundschülern und Kindern. Die Parade verlief von der Brücke, an der die Festzeile endet bis zum Bahnhof. Die Entfernung würde ich auf ungefähr einen Kilometer schätzen.
 |
| Die Kleinen im Yukata fand ich natürlich besonders süß! |
 |
| Und auch die Jacken der Erwachsenen mit dem Glühwürmchenbild fand ich schön. |
 |
| Ein sehr fancy gekleidetes Hündchen hab ich auch gesehen. Das wiederum fand ich eher nicht sooo süß...eher irgendwie gemein... |
 |
| Vor dem Bahnhof versammelten sich dann alle und jede Klasse (ich gehe mal davon aus, dass es sich um einzelne Klassen bzw Jahrgangsstufen handelt) spielte ein Stück. Ziemlich gut, wie ich fand. |
 |
| Während der musikalischen Vorstellungen, bahnten sich gefühlte Tausend Maskottchen durch die Menschenmenge... |
 |
| Das Nagano-Maskottchen... |
 |
| ...irgendwie haben die Japaner für alles und jeden eines... |
 |
| Diesen Yukata fand ich sehr schön. Mit Glühwürmchen drauf :-) |
 |
| Gegen Abend wurde es wirklich voll |
 |
| Hier gab es Frankfurter Würstchen |
 |
| Schokobananen :-) |
 |
| Das hier ist frittierter Käse. Ja, richtig. Käse allein ist ja schon super lecker, aber das war die absolute Krönung! |
 |
| Diese Rockband war auch echt witzig. Der Gitarrenspieler/ Sänger war geschätzte 75 Jahre alt, aber super drauf |
 |
| Eine besondere Art japanischen Gebäckes. Das hat Yuki auch mal versucht nachzubacken, aber irgendwie sah das nicht so schön aus, wie das hier... |
 |
| Zurück am Bahnhof fie nächste Vorführung... |
 |
| Gegen sieben gingen die Ersten in den etwa ein bis zwei Kilometer entfernten Park. Denn das eigentliche Event fing dann erst an: Das Glühwürmchen anschauen. Sobald es Dunkel ist, kommen die nämlich in Scharen und blinken um die Wette. |
 |
| "Hotaru"-Glühwürmchen, schön ausgeschildert. Damit man sich ja nicht verläuft :-) |
 |
| Der mit Glühwürmchen verzierte Kanaldeckel |
 |
| Mit dem Fotografieren hat das natürlich nicht so gut geklappt, aber trotzdem hier zwei Fotos :-) |
 |
| Die verschwommenen Punkte sind übrigens Glühwürmchen ;-) |
 |
| Auf dem Weg zurück zum Bahnhof staunte ich nicht schlecht: Die Menschen standen den kompletten Weg an, um in den Park hineingelassen zu werden. Zum Glück bin ich schon so früh los, dachte ich mir da. |
 |
| Und vorbei, schön wars :-) |
Ich fuhr gegen halb zehn mit dem Zug zurück nach Matsumoto. Dort hätte ich einen Zug nach Nagano nehmen können, doch da ich am nächsten Tag freihatte, beschloss ich, einfach die Nacht in Matsumoto zu verbringen. Ich traf ein paar nette Japaner, mit denen ich noch in eine Bar etwas trinken ging. Ein Mädchen kommt sogar aus der Nähe von Obuse.
Ich übernachtete in einem günstigen Hotel in der Nähe des Bahnhofes. Nicht sehr komfortabel, aber besser als nichts :-)
Am nächsten Tag,
Sonntag, dem 24.6 traf ich mich mit Yuki. Er hatte ebenfalls frei und kam mit dem Auto nach Matsumoto. Gemeinsam fuhren wir zu einem Wasabi-Park. Auf dem Weg kamen wir an einem Koi-Geschäft vorbei, das wir uns noch schnell anschauten. War wirklich interessant mal zu sehen.
 |
| Große Becken für große Fische |
 |
| Der kritische Kunde (rechts) suchte sich nach langem überlegen einen Fisch aus. Und genau den will er auch! |
 |
| Hat eine Weile gedauert, bis er gefangen wurde... |
 |
| ...aber am Ende doch erfolgreich! |
 |
| Hier war eher die Goldfisch-sektion |
 |
| Typisch japanische Goldfische. Bisschen eklig, wie ich finde. |
 |
| Vor allem die zwei fand ich nicht sehr attraktiv... Aber teuer waren die trotzdem. Echte Sammlerstücke halt |
Nach unserem kleinen Abstecher auf die Fischfarm, ging es schnurstracks weiter auf die Wasabifarm. Dort wird gaaanz viel Wasabi angebaut. Es sah nicht nur interessant aus, es lag auch ein wirklich interessanter Geruch in der Luft. Ein bisschen wie Heu und Bauernhof, aber doch anders. Aber wie kann man denn schon definieren, wie Wasabi riecht? Wie Wasabi halt :-)
 |
| Alles Wasabipflanzen |
 |
| Es gab sogar Wasabi-Bier... Wir haben uns für die alkoholfreie Version entschieden: Wasabi-Eis. Gar nicht so scharf, wie ich gedacht hab. Wahrscheinlich zu viel Zucker ;-) |
 |
| Das hier ist die eigentliche Wasabi-pflanze bzw. genauergesagt die Wurzel. Wusste ich gar nicht, dass Wasabi in seiner Rohform so aussieht. |
 |
| Natürlich konnte man auch Wasabi kaufen. |
Der Besuch im Wasabi-Park hat mir vielSpaß gemacht. Es ist wirklich erstaunlich, dass es immer wieder etwas Neues zu lernen gibt!
Auf der Rückfahrt standen wir leider ziemlich lange im Stau, aber gegen abend kamen wir dann endlich wieder heile in Obuse an.
William geht es inzwischen auch wieder sehr gut. Er kann sogar schon wieder in den Kindergarten gehen.
 |
| William mit einer kleinen Japanerin, die wir auf einem unserer Spatziergänge trafen |
So, hier mache ich jetzt mal Schluß, obwohl es noch eine Menge zu berichten gibt. Aber ich wollte euch ja nicht noch länger warten lassen, als sowieso schon :-)
Bis demnächst! またね!(^.^)