Freitag, 10. August 2012

Ein Tanzfest und ein besonderer Besuch aus Deutschland

Hier noch mal ein schneller Blog, bevor es auf meine Reise nach China geht... wirklich schnell und nur mit der nötigsten Beschreibung (damit ich nach meiner Rückkehr nicht noch mehr schreiben muss...) :-)

Der morgen des 28.7 begann mit einer freudigen Überraschung: es schlüpften acht kleine Küken!




Mit so vielen hatten wir natürlich nicht gerechnet, aber die Natur hat das schließlich nicht umsonst eingerichtet...

Ein bisschen später fuhren wir zu viert (Sarah, Joe, William und ich) zu einer "Olympia Eröffnungsfeier", die die Dolmetscherin (die zeitweise auf der Obusession ins Englische übersetzt) organisierte. Es war nicht sonderlich spannend, denn zuerst hielten ein paar Leute eine Art kleinen Vortrag und dann wurde die Olympia Eröffnungszeremonie gezeigt. Da Sarah jedoch ein wichtiges Meeting hatte, verließen wir das Treffen frühzeitig wieder. Auf dem Rückweg setzte Sarah mich und William am Angel Land ab. Dort konnten wir ein bisschen im Kinderpool "schwimmen" und spielen gehen. Bei dem heißen Wetter tat die Abkühlung echt gut!
Viel Zeit blieb uns jedoch nicht, denn abends fand das "Kurinko-matsuri", ein Fest um den Göttern für die Kastanien und die Äpfel (die Obuses Spezialität sind) zu danken. Was genau auf mich zukam wusste ich nicht, ich wusste nur, dass ich meinen neuen Yukata anziehen wollte. Dieses Mal war ich auf mich alleine gestellt: Keiner der mich korrigieren oder mir helfen konnte, falls ich Fehler mache... Aber da ich bei den Kimonostunden immer gut aufgepasst habe (ich Streber...) saß der Yukata schon beim ersten Mal (fast) perfekt! Da war ich aber erleichtert ;-)
Fertig gestyled gingen wir gemeinsam zu dem Haus, in dem sich die Mitglieder des Südteils von Obuse trafen (dort, wo auch das jährliche Kitsune-matsuri stattfindet).
Die Frau rechts ist Maya, eine Bekannte von Sarah. Maya ist  super nett und wohnt derzeit mit ihrer Familie in Tokyo

Maya und ihr Mann Takehisa. Die zwei waren ein lustiges Duo.

Und gleich hatte ich einen kleinen Fanclub :-)

Sah William nicht einfach zuckersüß aus?!

Ich finde, ich habe den Yukata wirklich super hingekriegt!

Ich und mein kleiner Fanclub :-)
 Wir liefen gemeinsam mit den Mitgliedern und dem Südteil-Festwägelchen Richtung Bahnhof. Dort waren sehr viele Menschen, von allen erdenklichen Stadtteilen Obuses. Um halb sieben dann der Startschuß: Plötzlich ertönte eine Melodie aus den Lautsprechern an den Straßenseiten und alle fingen an zu tanzen. Aber natürlich nicht irgendwie. Jeder tanzte den speziellen "Dankestanz", den ich im Laufe des Abends auch noch lernte.





Es gab zwei Reihen, die in entgegengesetzte Richtungen tanzten. An den zwei Straßenenden machte man kehrt, sodass sich die ganze Strecke in einen "Kreis" verwandelte.







Da ich meine eigenen Videos natürlich nicht hochladen kann (blödes Programm!) habe ich ein Video von Youtube genommen. Das zeigt allerdings das Kurinkomatsuri 2007, aber da sich weder der Tanz noch der Ablauf geändert hat, ist es zum veranschaulichen gut geeignet :-)


Das Fest war supertoll! Es machte sehr viel Spaß und es war wirklich schade, dass es so schnell wieder vorbei war. Gerade dann, als ich den Tanz perfekt drauf hatte! Naja, vielleicht schaffe ich es ja nächstes Jahr rechtzeitig nach Japan um wieder daran teilhaben zu können :-)

Am Dienstag, den 31.7 fuhr ich mit Sarah und William nach Tôkyô, denn Sarah hatte beim Fernsehsender NHK ein "Olympia-Meeting". Gut, eigentlich war es kein Meeting, eher ein Treffen verschiedener Leute um den neuen High-Definition-Fernsehen im NHK Gebäude auszuprobieren. Während Sarah also die Vorstellung genoß, erforschten William und ich den NHK-Studiopark. Dort war es sehr interessant! Und auch wir kamen in den Genuß einen riesigen High Definition Fernseher zu sehen. Leider war es verboten davon ein Foto zu machen.
Auf Stempeljagd: An drei verschiedenen Stellen konnte man sich einen Stempel holen


Diese Touchscreenfernseher waren wirklich witzig


Was genau das alles darstellen sollte weiß ich nicht...



Hier konnte man sich aber selber im "Fernsehn" sehen.

Eine Anime-sektion gab es natürlich auch!

Hier wurde gezeigt, wie ein Trickfilm entsteht.


Es gab sogar ein Studio, in dem man selbst Nachrichten aufnehmen konnte.  Allerdings musste man sich dafür rechtzeitig anmelden (und wahscheinlich auch noch Geld bezahlen)

Wir mit Domo-kun, einem NHK Maskottchen

Dann liefen wir durch einen Gang mit Requisiten zu verschiedenen Dramas, die mal im Fernsehen zu sehen waren.

In Japan gibt es nämlich öfters Serien, die im alten Edo oder generell früheren Zeiten spielten. Dafür braucht man dann natürlich auch authentische Requisiten



Hier konnte man sich Ausschnitte aus dem Kinderprogramm der letzten paar Jahrzehnte,  ab 1960, anschauen. Lustig, dass sich die meisten Konzepte bzw. Sendungen bis heute gehalten haben.
Hier wurde erklärt, wie man die Natur möglichst realistisch mit der Kamera einfängt

Natürlich konnte man das auch selber ausprobieren. Keine Angst, das Vieh ist eine Nachbildung und  nicht echt. Hier ging es darum, einen kleinen automatischen Roboter zu bedienen, der das Tier dann von unten filmt.

Dann kamen wir zu dem Kinderfernsehen. Hier gab es für William einiges zu entdecken

Alle seine bekannten Charaktere aus dem täglichen Fernsehen waren hier zu finden.



Zum Schluß gab es noch eine Art "Olympia-Abteilung" in der sich William sportlich betätigen konnte.

Sein wagemutiger Sprung wurde von verschiedenen Kameras gefilmt (rechts oben zu sehen)
Der fertige Kurzfilm wurde dann in einem bereitgestellten Fernseher gezeigt

Dasselbe mit einem Schlag gegen einen Ball


Und plötzlich war er überall zu sehen

Was ihm natürlich die Goldmedallie brachte! Herzlichen Glückwunsch, William! :-)

Nagut, ein bisschen geschummelt haben wir dann doch... aber Hauptsache, es hat Spaß gemacht!
Nach dem Besuch des Studioparks fuhren wir noch in den Custco shoppen und machten uns schließlich und endlich auf den Heimweg.

So schön der Tag auch war, daheim angekommen erlebten wir eine böse Überraschung: Zwei der kleinen Küken waren in dem Wassernapf ertrunken... Das war sehr traurig. Doch das war noch nicht alles.
In den nächsten Tagen fielen noch zwei weitere der natürlichen Auslese zum Opfer, denn in der Natur überleben nunmal nur die Stärksten. So verloren wir die Hälfte der ein paar Tage vorher geborenen acht Küken. Die restlichen vier sind aber wohlauf und erfreuen sich bester Gesundheit. Na, immerhin.

Zu einem erfreulicheren Thema: Am 3.8 kamen drei von Sarah Mitarbeiterinnen zu besuch, denn wir veranstalteten eine Babyparty. Sarahs Ziel: So viele von Williams Babyklamotten loswerden wie möglich. Der Plan ging auf: Die Mütter verließen vier Stunden später das Haus mit vollen Tüten und zurück blieben nur noch ein paar alte Socken. Ein weiterer Schritt im Projekt: Gerümpelfreies Haus. Und die Babys (9-10 Monate alt) waren wirklich zuckersüß!


Am Abend des 4.8 bekamen wir spontanen Überraschungsbesuch: Das Pärchen Mike und Anna aus New York, die einige Zeit vorher für ein paar Wochen als Helfer bei uns arbeiteten kam uns besuchen. Nach ihrer Zeit in Obuse reisten sie nach Kyôto. Jetzt wohnen sie eine Zeit lang im Nachbarort Suzaka, in einem Tempel, der einem japanischen Priest und seiner deutschen Frau gehört. Die zwei möchte ich unbedingt auch noch kennenlernen!
Mike und Anna blieben eine Weile und da sie am darauffolgenden Tag frei hatten (genau wie ich und Yuto), verabredeten wir uns.
So trafen wir uns am Sonntag, den 5.8 im neuen Cafe Entotsu (inmitten des Obuse-dô, Neueröffnung war eine Woche vorher) um Yutos Geburtstag zu zelebrieren.
Links: Mike und Anna, Im Hintergrund: Terashima-san mit Familie (er arbeitet ebenfalls am Obuse-dô), Rechts: Yuto und ich
Nach einem leckeren Brunch fuhren Anna und ich in das Freibad, das mit dem Auto nur etwa 10 Minuten entfernt liegt. Gegen Nachmittag kamen wir wieder nach Obuse und trafen uns mit allen (Mike, Yuto und den zwei Bonsai-typen Matt und Tyler) im Bonsai-Geschäft. Da ich da auch noch nie war, traf sich das ganz gut. Ich wusste nämlich gar nicht, dass wir so ein schönes Geschäft in Obuse haben. Bonsai, Bonsai, nichts als Bonsai...



Bonsai sind aber wirklich faszinierend, wenn man die sich mal genauer anschaut.




Die zwei Bonsai ganz hinten sind die ältesten in ganz Japan (und wenn nicht sogar der Welt...). Über 300 Jahre alt. Verrückt, wenn man sich überlegt, wie viele Generationen an Bonsaigärtnern sich darum schon gekümmert haben!
Nach der Besichtigung gingen wir alle etwas essen. Eigentlich wollten wir ins Katsura-tei (in dem es den leckeren Tempura-Reis gibt) gehen, doch das hatte leider geschlossen. Also gingen wir in ein Restaurant nahe des Bahnhofes, um dort richtig japanisch zu speisen. Wir bestellten viele verschiedene kleine Vorspeisen und teilten sie uns dann. Denn so isst man in Japan eigentlich: Alles in der Mitte und jeder isst davon.
Zum Verdauen wurde noch ein spezieller Sake in einem Holzkästchen serviert. Den habe ich auch probiert. War zwar nicht schlecht, etwas süßlich und mild, aber trotzdem noch zu stark um ein ganzes Glas davon zu trinken.

Und nochmal ein Geburtstagsgruppenfoto. Der Typ vorne im orangenen Hemd ist Tyler (der eine Bonsai-typ), neben ihm Yuki. Rechts neben mir Matt (der andere Bonsai-typ)
Und weil wir immer noch nicht genug hatten, beschlossen wir Karaoke singen zu gehen. Denn gegenüber Tommys Bar (eine supercoole Bar, die ich natürlich erst nach über 10 Monaten hier wohnen entdeckt hatte; Matt und Tyler sind dort übrigens Stammkunden) befindet sich eine andere Bar, in der man auch Karaoke singen kann. Dort waren wir alle noch nicht gewesen (außer Matt und Tyler natürlich) und so ging es schnurstraks dort hin.
Auf dem Weg zur Karaokebar sahen wir in der Ferne noch ein Feuerwerk.
Es wurde noch ein echt toller Abend. Wir sangen und lachten viel. Da ich aber am nächsten Tag wieder früh aufstehen musste, verließ ich die Runde vorzeitig. Leider sind die Fotos aus der Karaokebar auf Mike und Annas Kamera und da sie mir die Bilder noch nicht geschickt haben, kann ich hier leider auch keine Fotos zeigen. Ist vielleicht auch besser so ;-)

Kleine Randinformation: Matt und Tyler sind beides Amerikaner und machen zur Zeit eine Lehre in der Bonsaipflege. So etwas dauert 6 bis sieben Jahre. Tyler befindet sich in seinem zweiten und Matt bereits in seinem sechsten Ausbildungsjahr. Freie Tage haben sie jeweils nur einen im Monat. Aber da die beiden die Bonsaipflege so sehr mögen, macht es ihnen nichts aus. Sowas nenne ich wahre Hingabe!

Am 7.8 dann kam Angelika an! Angelika ist die Babysitterin, die William vor mir betreut hat. Sie kommt ebenfalls aus Deutschland. William (und natürlich auch Sarah und Joe) haben sich sehr gefreut, sie wieder zu haben. Und auch ich verstehe mich super mit ihr! Sie ist total nett und echt lustig!

Und da Angelika so ein Organisationstalent ist kam sie genau rechtzeitig zur Obusession am 8.8. Doch nicht nur sie, auch Lisa kam am Abend vorher wieder nach Obuse (sie war für fast drei Wochen zurück nach London geflogen). So waren alle drei Nannys auf einem Fleck. Aber das war natürlich nicht genug, den am selben Abend kamen noch vier Chinesinnen, die für vier Tage in Obuse wohnen sollten. So war mit einem Schlag wieder volles Leben im Karton.

Für die Obusession wollten wir drei Nannys uns natürlich rausputzen und so zogen wir unsere Yukatas an (Ich lieh Angelika meinen blauen). Sahen wir nicht einfach total toll aus? Auch Sarah meinte zu uns: Wir sahen so aus als würden wir alle Besucher in Obuse willkommen heißen.

Alle Mädels zusammen

Ja, wir hatten wirklich Spaß :-)
Einen Tag später, am 9.8 wurden wir zu einem chinesischen Dinner eingeladen. Die vier Mädels bekochten uns mit sehr leckeren Sachen (extra auch fleischreduziert, da Lisa und ich ja kein Fleisch essen).
Die vier sind super nett. Eigentlich befinden sie sich auch nur auf der Durchreise, da sie nächste Woche an einem "Buisness-contest" für Studenten in Tôkyô teilnehmen. Alle vier studieren nämlich Buisness und Management an einer Uni in China. Doch sie wollten nicht nur Tôkyô, sondern auch das ländliche Japan kennenlernen und beschlossen, ein paar Tage vorher noch nach Obuse zu kommen. Eine gute Entscheidung wie ich finde ;-)
So viele süße Mädels. William fand das richtig cool ;-)
Das Essen war wirklich sehr lecker! Vielleicht kann ich ja irgendwann bei Gelegenheit etwas nachkochen...

Doch nun heißt es erstmal: Abenteuer pur!!
Morgen geht es mit Angelika auf den langersehnten Besuch ins Fuji Q Highland! Yeaaah, Achterbahnen, wir kommen!
Am 12. und 13. werde ich dann zusammen mit Dominique, Daniel, zwei weiteren deutschen Freunden und einem Japaner Fuji besteigen. Ob ich das schaffen werde?
Und am 14. geht es schließlich nach China, was plötzlich gar nicht mehr so weit, sondern nur noch 2 Stunden Flugzeit entfernt ist. Dort besuche ich meine liebe Freundin Madeleine, die zur Zeit in Shanghai ein Praktikum absolviert. Ich bleibe eine Woche in Shanghai und komme am 21.8 gegen Abend wieder in Tôkyo an. Ich denke, dass ich dort noch eine Nacht bleibe und mir noch den neuen Turm, den sogenannten Skytree, anschaue. Genau weiß ich das aber noch nicht, ich entscheide spontan.
Jetzt wisst ihr bescheid. Meinen Laptop wollte ich eher nicht mitnehmen (Gepäckreduzierungsstrategie), sodass es vor September wahrscheinlich keine Blogaktualisierungen mehr geben wird. Seid also gespannt auf meinen nächsten Blog, denn der wird richtig abenteuerlich!
Bis dahin またね!(^0^)