Heute fand in einem Vorschulkindergarten in Obuse ein sogenannter Undôkai statt. Was das ist? Ein Undôkai ist ein Sportfest, bei dem die Kinder zeigen, was sie im Sportunterricht gelernt haben. Meist beinhaltet das Fest aber auch Vorführungen der hauseigenen Schulband. Doch nicht nur die Kinder, auch die Eltern werden eingeladen ("Nein" sagen gibt es hier nicht) mitzumachen.
So ging ich also mit William auf den Undôkai der 1 bis 5 jährigen Kinder. Ich hatte auch eigentlich nur vor zuzuschauen, doch als wir ankamen hieß es bereits "Minna-san", also alle, aufstellen, durch das Tor und los gehts! Ich war etwas verwirrt, aber natürlich machte ich mit. William an der Hand, neben anderen Müttern mit Kind an der Hand oder auf den Rücken bzw. um den Bauch gebunden (die teils schliefen und von dem Spektakel gar nichts mitbekamen) marschierte ich in den Ring. Mit Adleraugen beobachtete ich das Verhalten meiner Mitstreiterinnen, dass ich auch ja nichts falsch mache. Alle knieten sich hin, ich machte mit. Die Organisatorin erklärte und das Spiel, ich verstand nur "Tomodachi", Freund, und dachte mir "Hä?". Wir formierten uns in drei Reihen hintereinander (ich war natürlich in der ersten Reihe, war ja klar) und vor uns die gleiche Anzahl von Vorschulkindern. Das waren dann wohl die Tomodachi. Es machte peng und die Mütter neben mir in der ersten Reihe liefen los. Ich packte William an der Hand (So, als wüsste ich was ich tue) und lief ebenfalls los. Ich tat so, als würde William etwas langsamer laufen, damit ich sehen konnte, was zu tun war. Der Plan ging auf. Man sollte zu einem Vorschulkind laufen, der eigene Kind (in diesem Fall William) bekam dann eine Medallie aus Papier umgehängt. Stimmt, genau das hatte die Frau ja auch gesagt. Hab ich ja alles verstanden. Also, nichts wie hin zum Tomodachi, Medallie umgehängt und bis zum anderen Ende des Platzes, wo man sich wieder hinhockte. Super gemacht, keiner hat gemerkt, dass ich absolut keinen Plan hatte (hoffe ich jedenfalls). Derselbe Ablauf der zwei Reihen hinter uns, Applaus und noch ein paar nette Worte der Organisatorin (ich gehe davon aus, dass es nette Worte waren. Es kam zumindest "Danke" darin vor.) und mit Musik wieder vom Platz abmarschieren. Puh, geschafft! Jetzt hatte ich auch mal Zeit mir den Platz genau anzuschauen.
William, von der Musik mitgerissen am tanzen gab mir Zeit um die ganzen Szenerien zu fotografieren und auch zu filmen.
Nach unserem grandiosen Auftritt kamen die Eltern mit ihren Kindern, die als Anpanman verkleidet waren, dran. Ich lasse einfach mal die Fotos sprechen, dann muss ich auch nicht so viel schreiben ;-)
Ich fand das total toll, dass auch die Eltern so integriert wurden. So ein Sportfest hätte ich mir früher auch mal gewünscht (ich hätte nämlich meine Eltern gerne mal beim Sporteln gesehen ;-)).
| Das nächste Spiel: Zwei Mannchaften bestehend aus Eltern und Geschwistern... |
| ...wer zuerst den Ball einmal hin und wieder zurück gereicht hat, gewinnt. |
| Aaaah, sind die nicht einfach nur niedlich? |
| Nicht nur, dass die wie ne eins in den Reihen standen... |
| ...die marschierten und trommelten wie die Großen! (Man behalte im Kopf: die waren erst 5!) |
| Also Hut ab, muss ich da sagen! |
Aber nicht nur die Kinder beeindruckten. Ein Spiel widmete sich ganz den lieben Großeltern der Kinder. Es wurden rote und weiße Bälle auf dem Boden verteilt und logischerweise zwei Mannschaften, die gegeneinander antraten. Ziel des Spiels: In 30 Sekunden soviele Bälle wie möglich (natürlich entweder rote oder weiße, je nachdem welche Gruppenzugehörigkeit) in eine Kiste zu befördern. Der Haken: die Kiste ist auf dem Rücken eines Menschen, der natürlich davonrennt. Das war wirklich lustig anzuschauen. Und ich muss sagen, wahnsinn wie fit die noch sind! Ich wäre bestimmt nach 2 Sekunden zusammengebrochen ;-)
| Peng! Los gehts! |
| Die waren vielleicht schnell... So schnell werde ich bestimmt mein Lebtag nicht werden :-D |
Applaus bitte!
Um 12 war das Ganze dann auch schon wieder vorbei, aber ich muss sagen, ich fand es total toll! Sowas hätte ich als Kind bestimmt auch gerne mitgemacht... oder auch nicht... Ich weiß ja nicht, wie sehr die Kinder getrietzt werden um die Performance so gut hinzukriegen, wie sie es hier gezeigt haben. Aber vielleicht liegt das auch einfach in den japanischen Genen, wer weiß? Spaß zuzuschauen hatte ich auf jeden Fall!
So, es ist schon spät, deswegen ein sportliches おやすみ, Gute Nacht, aus Japan! Bis bald (^-^)

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