
Sooo, nach einer langen Arbeitswoche melde ich mich wieder mit einem neuen affenstarken Abenteuer aus Japan. Die Woche an sich war nicht sonderlich ereignisreich. Ich bin viel mit William in Obuse spazieren gegangen (das sonnige frühherbstliche Wetter muss ja schließlich ausgenutzt werden), habe geheime Winkel in Obuse entdeckt (dazu gibt es dann aber nochmal einen separaten Blogeintrag) und beim Umräumen und Neusortieren in Sarah und Joes Schuppen geholfen. Das hat sich gelohnt, jetzt habe ich einen neuen Spiegel in meinem Zimmer! Sehr praktisch!
Der neue Hühnerstall, den Scott gebaut hat, ist auch fertig geworden und hat seinen Platz im Garten bekommen. Sieht ebenfalls super aus! Ich bin schonmal gespannt auf die Hühner :-)
Samstagabend, den 8.10 kam Kaori-san zu uns und wir machten Takoyaki. Takoyaki sind im eigentlichen Sinn eine Art Teigkugel gefüllt mit Oktopus. Aber da ich ja sowas nicht esse, wurde die fischige Version netterweise in eine käsige Version umgewandelt. War sehr, sehr lecker. Danach gab es aus Pancake-Teig selbstgemachte Donuts, die ebenfalls sehr lecker schmeckten. Leider habe ich vergessen, Fotos vom Essen zu machen, aber das wird (hoffentlich) nicht das letzte Mal gewesen sein, dass wir Takoyaki gemacht haben. Der Abend war noch jung und so fuhren wir nach Nagano in das Round 1 (dort war ich in der ersten Woche Bowling spielen). Das Round 1 ist ja natürlich nicht nur ein Bowlingcenter (Wie langweilig wäre das denn?) sondern auch ein riesiger Gamecenterkomplex. Und so stürzten wir uns in den virtuellen Spielspaß. Das war eine Erfahrung sage ich euch. Sowas gibt es auch nur in Japan...
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| Nochmal zur Erinnerung: So sieht es dort aus |
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| Sogar eine Pferderennbahn mit Minipferden aus Plastik, die da "herumrennen" gibt es dort. Genau genommen gibt es zwei Pferdewettspiele. Dieses hier und ein Computeranimiertes Rennen auf einem großen Bildschirm. Schon etwas verrückt... |

Angefangen mit einem Zombie-shootergame, weiter zu einem Spiel, in dem man auf böse Haie und allerlei Meerestiere schießen muss (In 3D! Trifft man nicht, kriegt man einen Stoß Luft ins Gesicht. Beim ersten Mal hab ich mich vielleicht erschrocken! Und gut, dass mir nicht ständig ins Gesicht gepustet wurde...). Weiter zum Airhockey, dann hoch in die zweite Etage. Dort spielte Kaori-san ein virtuelles Schlagzeugspiel und Scott versuchte sich im imaginären Gitarre spielen.
Yuki und ich lieferten uns einen erbitterten Kampf - im Trommeln. Das war wirklich anstrengend, hat aber unglaublich Spaß gemacht. Ich war am Ende sogar besser als Yuki, obwohl ich das Spiel am Anfang nicht wirklich kapiert habe. Dabei muss man einfach nur auf die Taikô-Trommel hauen, wenn der Computer dazu auffordert.
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| Sieht doof aus, macht aber totalen Spaß! |
Nach dem schweißtreibenden Spiel musste ich mich erstmal ausruhen und beobachtete die Menschen, die sich hier ebenfalls im Gamecenter aufhielten. Wirklich interessant, dass es Menschen gibt, die anscheinend wenig bis gar keine Freunde haben und hier einfach alleine irgendwelche Spiele spielen. Am Meisten hat mich aber "der Tänzer" beeindruckt, der sich auf dem Dance-Dance-Revolution, eigentlich ein Spiel für zwei, auspowerte. Und das mindestens zwei Stunden lang.
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| Beeindruckend oder Bemitleidenswert, das ist hier die Frage... |

Gut fand ich auch die drei, die wie gebannt über dem Computerspiel hingen, bei dem es darum geht, am schnellsten das meiste Eis zu essen (die computeranimierten Figuren waren natürlich nicht einfach nur Frauen, sondern natürlich nur mit einem Biki bekleidete Frauen. Vielleicht lag es daran, dass die Herren das Spiel so leidenschaftlich spielten...).

Der hier war auch gut: Nicht nur sein putziges Oberteil (das hatte eine Kaputze mit Öhrchen dran!), sondern auch seine Fingerfertigkeit faszinierten mich. Das Spiel bestand darin, auf die Tasten auf dem Würfel vor einem zu drücken, sobald diese aufleuchteten. Klingt eigentlich einfach, war es aber nicht. Die Tasten leuchten im Rhytmus zu einem Lied, das man vorher auswählen kann, auf. Aber natürlich nicht einzeln, wäre ja zu einfach, sondern auch mal mehrere gleichzeitig. Und dieser Herr traf einfach immer! Der hackte da mit einem Affenzahn auf die Tasten ein, dass es mich sogar verwirrte ihm zuzuschauen. Scott versuchte sich schließlich ebenfalls in diesem Spiel und es stellte sich (wie erwartet) heraus, dass es wirklich nicht gerade einfach war.

Nachdem wir etliche Spiele ausprobiert hatten, wollten wir uns nun abschließend nochmal zu viert im Airhockey messen. Männer gegen Frauen. Das erste Spiel gewannen (natürlich!) Kaori-san und ich. Beim zweiten Spiel lief dann einiges schief, denn der Automat verschluckte immer unsere Puk ähnliche Scheibe, die wir zum spielen brauchten. Wir mussten zweimal einen Mitarbeiter rufen, der uns die Scheibe wieder aus dem Automat holen musste. Das Ende vom Lied: Der Automat wurde aufgeschraubt und es hieß, dass er wohl irgendwie defekt sei und wir nicht weiterspielen könnten. Sehr schade, aber Kaori-san und ich hätten ja sowieso wieder gewonnen ;-)
Aber die Japaner sind ja sehr nett, und so durften wir stattdessen eine Runde gratis Mariokart (eine Art Autorennen) spielen. Ratet, wer (wirklich überraschenderweise) gewonnen hat? Na klar: Ich natürlich :-)
Fertig mit den Nerven und dem Spielen, liefen wir nochmal eine kleine Runde und betrachteten die Greif-Automaten. Was man da nicht alles gewinnen kann...
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| Neben allerlei Plüschviechern... |
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| ...auch Haushaltstaugliche Waren, wie Mülleimer (links) oder auch Wok-pfannen... Sachen gibts! |
Nach zweieinhalb Stunden purer Reizüberflutung und virtuellem Spielspaß (der teilweise richtiger Sport ist!) fuhren wir wieder zurück nach Hause.
Sonntag, der 9.10: Warum man Affen besser nicht in die Augen schaut...
Heute hatten Scott und ich frei. Da er diese Woche wieder nach Hause nach Amerika fliegt
(Am Dienstag verlässt er Obuse und verbringt noch ein paar Tage in Tokyo), wollten wir etwas unternehmen und uns eigentlich die "japanischen Alpen" anschauen. Wir hatten vor, zum Ort Kamikochi zu fahren. Der liegt allerdings ein Stückchen weg. Mit dem Zug dauert es etwa 3 bis 4 Stunden und ist nicht gerade billig. Von Nagano fährt allerdings auch ein Bus direkt nach Kamikochi, vom Preis her etwas billiger, allerdings war dort kein Platz mehr frei. Also verabschiedeten wir uns von dem Gedanken und machten uns welche über ein neues Reiseziel. Ich fand dann im Internet heraus, dass in einem nahegelegen Ort namens Takayama ein Herbst-Festival stattfinden sollte. Das klang gut, also wollten wir nach Takayama fahren. Wir stiegen ins Auto und fuhren los. Habe ich erwähnt, dass ich gefahren bin? Zum ersten Mal in Japan? Das war vielleicht was! Ganz schön aufregend, aber das Auto ist zum Glück Automatik und fährt sich gut. Nach ein paar Metern bemerkte ich, dass der Tank leer war. Gut, die nächste Tankstelle angefahren. Dort angekommen kamen gleich zwei Mitarbeiter auf mich zu, tankten und wuschen das Auto. Das gehört hier zum Service, das ist hier so. Finde ich eigentlich ganz angenehm, nicht selber tanken zu müssen. Man kann ganz faul im Auto sitzen bleiben. Nachdem das Auto betankt und gewischt war, fragte ich noch nach der Richtung, in der Takayama liegt. Der nette Tanstellenherr zeigte in die Richtung aus der wir kamen. Alles klar, falsch gefahren.
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| Noch eine kleine Motorradkarawane für Mama :-) |
Da wir weder eine Karte hatten, noch vorher im Internet geschaut hatten, wo man langfahren muss (es gibt ja schließlich auch Strassenschilder, dachte ich), fuhren wir wieder ins Watanabe-Haus zurück, um nochmals nachzuschauen. Dies sollte sich als eine sehr gute Entscheidung herausstellen. Denn als wir nochmal googelten stellte sich heraus, dass das nahegelegene Takayama, nicht das Takayama ist, in dem das Fest stattfindet. Das Fest-Takayama liegt etwa 160 km entfernt in einer anderen Präfektur. Etwas ratlos und enttäuscht saßen wir vor dem Rechner und überlegten, was wir nun mit dem angebrochenen Tag anfangen könnten. Mittlerweile war es nämlich auch schon halb 2 Uhr mittags. Dann sagte Scott, er würde sich gerne den "Snow Monkey Park", der wirklich hier in der Nähe liegt, anschauen. Alles klar, diesmal aber mit dem Zug. Wir liefen Richtung Bahnhof. Als wir an der Schule vorbeikamen, hörten wir Musik und Lärm. Da fiel mir ein, dass heute ja ein Undôkai stattfand, an dem auch Sarah und Joe teilnahmen. Glücklicherweise kann man den Bahnhof auch erreichen, wenn man über den Sportplatz der Schule geht und so schauten wir nochmal kurz beim Undôkai vorbei.

Diese Entscheidung sollte sich wieder als eine wirklich Gute entpuppen. Wir gesellten uns zu Sarah (die ja nicht wirklich leicht zu übersehen ist, mit ihren hellblonden Haaren :-) ) und erzählten ihr von unserem Faux pas und von unseren aktuellen Plänen. Da sagte sie: "Wartet, der Undôkai ist gleich vorbei, ich fahre euch dahin." Das war mal nett! Wir schauten uns noch den Staffellauf an, bei dem auch Joe mitrannte (Sarah erzählte mir, dass sie Joe vorher noch nie hat rennen sehen), feuerten kräftig an und machten uns dann auf den Weg zum Auto.
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| Das kleine Mädchen fand ich einfach zu niedlich. Wie sie da auf der Taikô trommelte, um die Großen anzufeuern :-) |
Nach einer halben Stunde Autofahrt erreichten wir schließlich den Weg, der zum Eingang des Monkey-Parks führt. Sarah blieb mir William im Auto, da dieser noch keinen Mittagsschlaf hatte und unbedingt schlafen sollte. Also gingen wir zu dritt: Joe-san, Scott und ich.
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| Der Weg durch den Wald, der zum Eingang des Monkey-Parks führte. Da wanderte man erstmal eine gute halbe bis dreiviertel Stunde. War aber schön. |
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| Da hatte wohl jemand seinen fahrbaren Untersatz vergessen... |
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| Der Spa-Bereich vor dem Eingang zum Park (nicht auf dem Bild) rechter Hand |
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| Hier gab es auch einen Geysir. Sehr beeindruckend! |
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| Und als die Sonne draufschien gab es sogar einen kleinen Regenbogen :-) |
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| Gleich über dem Eingang turnte auch schon der erste Affe herum. |
Ja, die liefen einfach so frei herum. Aber zur Erklärung: Diese Affen sind Wildtiere und weder zahm noch ungefährlich. Deshalb gilt: Nicht füttern, nicht anfassen und bloss nicht länger in die Augen schauen! Denn, als Scott den Boss der Bande fotografieren wollte, fühlte dieser sich wohl bedroht und fing gleich an zu kreischen, die Zähne zu fletschen und sich aufzubäumen. Da hab ich einen richtigen Schrecken bekommen! Aber zum Glück kam gleich ein Mitarbeiter und bewegte den Boss zum weitergehen.
Die Mitarbeiter füttern die Affen einmal am Tag, weswegen diese sich auch immer an diesem Ort, wo man sie beobachten kann, aufhalten. Es scheint, als würden sie die Touristen mit ihren Kameras überhaupt nicht stören.
Das war schon echt interessant anzusehen. Da liegen zwei sich lausende Affen und drumherum eine Menschenmeute, wie wild am fotografieren. Und die Affen laust das kein Stück...
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| Da waren auch kleine Babyaffen. Die waren ja soooo süß! |
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| Und Hopp! Ein bisschen Klettern üben. |
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| Ich und Affe :-) (Und wer jetzt fragt: Welches ist denn jetzt der Affe?, der ist doof! ;-) ) |
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| Und natürlich haben die lieben Affen auch in der heißen Quelle gebadet! Süüß! :-) |
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| Aber daraus trinken kann man natürlich auch... |
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| Und da oben wohnen die lieben Affen eigentlich. Wenn nicht gerade gefüttert wird :-) |
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| Wer findet das riesige Hornissennest? |
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| Aber das Essen wird hier nicht so einfach hergegeben. Ein bisschen Anstrengung muss ja schließlich auch sein! Der Affe in der Röhre machts geschickt, futtert in aller Ruhe die Äpfel, während die anderen Äffchen neidisch dreinschauen. |
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| Für den Fall, dass man zu groß für die Röhre sein sollte, nimmt man halt einfach einen Stock! Aber immer unter der Aufsicht eines Mitarbeiters, damit kein anderer frecher Affe auf die Idee kommt, die hart erarbeiteten Äpfel zu klauen. |
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| Der Boden war ebenfalls sehr interessant. Mit Blätter und Affenfußabdrücken versehen. |
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| Und nochmal die Affen beim Baden... ;-) |
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| Zum Schluß noch ein kleines Ratespiel: Wer findet den Fehler? ;-) |
Alles in allem war der Tag dann doch noch gerettet! Dank Scotts Idee und Sarahs Bereitschaft und dorthin zu bringen.
Morgen habe ich einen weiteren freien Tag. Ich wollte in den großen Megastore "Don Quijote" nahe Nagano fahren. Da das Eis jetzt gebrochen ist, traue ich mich bestimmt auch mit dem Auto dorthin. Aber keine Angst: Ich fahre wirklich vorsichtig! Morgen abend ist es wieder soweit: meine zweite Obussesion! Ich freue mich schon darauf und werde diesmal immer erst fragen, ob das Essen nicht zufällig in Wasabi eingelegt wurde!
Bis bald, またね!(^w^)/
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