Sonntag, 4.9: Reise nach Tokyo
Angefangen Sonntag abend in Matsumoto. Mein Mitbewohner organisierte mir netterweise einen Platz in einem Bus, der von Matsumoto nach Tokyo fuhr. (Zu einem sehr günstigen Preis - umgerechnet ca. 23 Euro) Dieser sollte um 17 Uhr in Matsumoto losfahren, doch da nicht immer alles reibungslos läuft, kam der Bus zwanzig Minuten zu spät. In Japan hat das natürlich einen Grund, meistens eben ein Taifun oder ein Erdbeben. In Deutschland bricht das ganze System ja schon zusammen, wenn an der Strecke ein Baum laubt. (Zugegeben, diese Aussage ist nicht von mir, sondern aus dem Buch Gebrauchsanweisung für Japan von Andreas Neuenkirchen, aber ich habe mich bei dieser Feststellung, die natürlich wahr ist, köstlich amüsiert.)
Dann irgendwann ging es los (wir mussten aber noch auf einen verschollenen Mitfahrer warten, der sich verspätet hatte. Er kam dann nach weiteren 20 Minuten mit seinem Handtäschchen unterm Arm ganz hysterisch angerannt und keuchte nur "Gomenasai!" (Entschuldigung)).
Die Sicht aus dem Bus bestätigte den vorangegangenen Taifun: die Wolken hingen sehr tief in den Bergen, es sah einfach wahnsinnig und unheimlich aus. Leider kann man das auf dem Foto nicht wirklich erkennen, da im Bus Licht brannte.
Ach ja, der Bus ist auch eine Geschichte für sich. Nicht nur, dass der ulkige Busfahrer total begeistert war, eine Deutsche zu befördern, nein, während der gesamten Fahrt (ungefähr 5 Stunden) ließ er eine wunderschöne Dudelmusik, eine Mischung aus Bollywood gepaart mit japanischen Elementen und natürlich mit dazu passendem Beat unterlegt laufen. Da war ich froh, dass ich meinen Ipod dabeihatte - bis nach einer Stunde die Batterien alle waren... Aber, da ich ja so schlau bin und meinen Laptop dabeihatte, habe ich den Ipod wieder etwas aufgeladen, sodass ich nur ganz kurz dieser sagen wir interessanten Musik ausgeliefert war.
Ich sollte am Tokyo Bahnhof aussteigen und von dort aus einen Zug nach Kanda nehmen, dort wieder umsteigen, um schließlich nach Asakusa (dem Stadtteil in dem mein gebuchtes Hostel steht) zu gelangen. Klang machbar. So ein Bahnhof kann ja wohl kaum zu übersehen sein. Dachte ich. Aber auch nur, wenn dieser überirdisch ist. Natürlich war das nicht der Fall. So stand ich dann mit meinem Gepäck irgendwo in Tokyo (es war schon dunkel, da ich um halb 11 ankam) und wusste erstmal nicht genau wohin. Zum Glück bin ich nicht schüchtern, und so fragte ich eine Gruppe Japaner, wo denn der Tokyo Bahnhof sei. Die waren auch gerade auf dem Weg dorthin, also hing ich mich einfach an sie dran. Das klappte gut, Bahnhof gefunden. Auch der Weg bis Asakusa klappte gut. Dort angekommen musste ich lediglich das Hotel finden. Total einfach, wenn man die Wegbeschreibung hat. Die war allerdings nicht ganz so richtig, da von einem anderen Ausgangspunkt beschrieben, was ich zu dem Zeitpunkt noch nicht wusste. Den Tempel, in dessen Nähe das Hostel sein sollte, war sehr einfach zu finden. Auch der kleine Vergnügungspark, der direkt daneben sein sollte. Doch irgendwie kein Hostel. Ich lief dann also da so in Asakusa rum, bis ich einen Polizisten traf, der mir netterweise half, den richtigen Weg mithilfe einer Karte zu finden. So fand ich das Hostel dann doch noch, um halb 12 nachts. Aber kein Problem, hauptsache angekommen. Da war ich erstmal etwas erleichtert. Erste Hürde geschafft. Ich lernte meine Zimmermitbewohnerinnen kennen, bei denen sich herausstellte, dass 2 von dreien ebenfalls Deutsche waren. Eine von ihnen studierte Kunst, die andere Japanologie. So konnte ich endlich mal wieder etwas auf deutsch plaudern ohne in Übersetzungs- und Erklärungsnot zu geraten. Das war echt mal wieder angenehm. Pause fürs Gehirn. :-)
Montag, 5.9: Shopping in Shibuya
Am Montag schrie mich mein Geld an, dass ich es doch gefälligst gegen tolle Klamotten und anderes Zeug eintauschen sollte. Die Argumente des Geldes waren so überzeugend, dass ich mich schließlich auf den Weg nach Shibuya, einem für das Shopping bekannte Viertel in Tokyo, machte.
Rechts die berühmte Hundestatue von Hachiko. Die musste natürlich auch fotografiert werden.
Links der Blick auf einen Teil Shibuyas. Ich habe auch keine Ahnung mehr, in welchen Geschäften ich war, ich weiß nur, dass es wirklich viele waren.
Allerdings führe mich der erste Weg direkt ins Shibuya 109, ein riesiges Geschäft, das aus vielen kleinen Klamotten, Schmuck und Schuhgeschäften besteht. Ein wahres Paradies! (Natürlich nicht ganz billig, aber manchmal lassen sich sogar dort Schnäppchen finden.)
Es hat wirklich Spaß gemacht, einfach durchzuschlendern, zu schauen und gegebenenfalls auch zu kaufen :-)
Nach einer kurzen Mittagspause in einem Udon-Laden (Udon sind dicke Nudeln, als eine Art Nudelsuppe serviert) ging es dann auch schon wieder weiter. Ich habe die Zeit richtig genossen, da ich einfach selber entscheiden konnte, was ich machen wollte, wohin ich gehen wollte und wie lange. Natürlich war das Shopping auch wirklich anstrengend, denn neben dem vielen Laufen, Klamotten anprobieren und kaufen gab es noch so viele Eindrücke zu verarbeiten. Im Endeffekt war ich super erschöpft, aber auch unheimlich froh. Mein Kauftrieb war vorerst nämlich erstmal befriedigt. :-)
Gegen 6 Uhr abends kam ich im Hostel an (diesmal ohne Probleme) und musste mich erstmal kurz hinlegen.
Das hier ist meine Ausbeute des Shopping-Tages:
Sieht im Endeffekt auch gar nicht so viel aus, finde ich :-)
Ach übrigens, die Beste Neuigkeit: ICH HABE SCHUHE GEFUNDEN!!!!! IN JAPAN!!! Mit so riesigen Ausländerfüßen ist das wirklich nicht einfach. Und dazu sind die auch noch echt süß, waren gar nicht so teuer und sind gar nicht sooooo unbequem... Aber ich meine, jeder Schuh muss ja auch erstmal eingelaufen werden, nicht wahr ;-)
Viel Zeit zum Ausruhen blieb mir allerdings nicht, da ich mich abends mit einem Kommilitonen verabredet hatte, der auch gerade in Tokyo verweilte. Was ein Glück :-) Wir trafen uns und gingen in ein japanisches Lokal. Wir aßen und tranken, und unterhielten uns (auf deutsch! Juhu!). Später kam noch seine Freundin dazu, die Japanerin ist und in Tokyo wohnt. Der Abend war sehr lustig und das Essen sehr lecker.
Was aber ein Fick-cake sein soll, das weiss ich bis heute noch nicht... Witzig ist das aber auf jeden Fall!
Da der Abend noch jung war, führte der Weg nach Roppongi, das bekannte Ausgehviertel in Tokyo. Genauergesagt ging es ins Vanity, eine Mischung aus Lounge und Club im 13. Stock eines Hochhauses. Der Ausblick auf das nächtliche (und um 5 Uhr dann das morgendliche) Tokyo war einfach wahnsinn! Die Atmosphäre war auch super!
Hier ein paar Bilder der Aussicht aus dem rundum verglasten Club:
Ich war begeistert. Einfach ein super gelungener Abend. Ich erklärte diesen Ort noch als meinen Lieblingsclub, bevor ich mit der zweiten Metro zurück ins Hostel fuhr.
Dienstag, 6.9: Ueno und Akihabara
Nach wenig Schlaf (ich wollte ja auch was von Tokyo sehen und nicht nur schlafen, deshalb um 9 wieder aufgestanden) wollte ich nach Akihabara, dem Elektronikviertel Tokyos, fahren.
Das Klima an sich war ganz angenehm, da es nicht ganz so heiß war wie am Vortag, sodass es sich im Freien gut essen liess.
| Ein Brillendenkmal für Papa! |
| Suchbild: Wo ist die Schildkröte? :-) |
Aber am süßesten waren ja wohl die alten Männer, die im Park saßen und die kleinen Spatzen fütterten. Diese schienen voller Vertrauen und fraßen den Opis sogar aus der Hand. Total niedlich!
Ach übrigens: Wenn man auf die Bilder draufklickt, erscheinen diese in groß. Nur so als kleiner Tipp mal nebenbei ;-)
Als ich fertiggegessen hatte, machte ich mich wieder auf den Rückweg zum Bahnhof von Ueno.
| Der Panda von Ueno |
| Und ein Pandashop! Süüß :-) |
| Ueno |
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| Die Einkaufsgasse von Ueno |
Das ist schon echt irgendwie Tierquälerei, meiner Meinung nach, aber hier in Japan scheint das wohl so üblich zu sein. Trotzdem waren die Kleinen echt unglaublich mega ultra niedlich!
| Hier habe ich meinen Blutorangensaft allerdings nicht getrunken. Da habe ich mich nämlich nicht reingetraut :-) |
| Interessant. Wusste gar nicht, dass in Deutsch alles klein geschrieben wird! :-) |
In diesem Shop ist es wieder passiert: Ich traf Godzilla! Und diesmal sogar begleitet von seinem Sohn! Ich bin wirklich, wirklich froh, dass die Godzillas immer hinter Glasscheiben sind! :-)
Gegen 18 Uhr machte ich mich dann wieder auf den Rückweg ins Hostel. Ich ruhte mich wieder ein wenig aus, dann ging es auch schon wieder nach Roppongi. Ich hatte mich dort mit ein paar Leuten verabredet, die ich am Vortag kennengelernt habe. Erst waren wir in einem Club namens Eleven, der war allerdings nicht so doll, deswegen gingen wir einfach nochmal in meinen Lieblingsclub vom Vortag. Da der für Frauen keinen Eintritt kostet, ist der umso besser! :-)
Diesmal durfte ich sogar dem Leben in der VIP-Lounge beiwohnen, da mich die Mädels, die dort saßen so kawaii fanden. Sie luden mich ein, mit ihnen zu trinken. Da sake ich doch nicht nein ;-)
Der Abend war wieder sehr lustig und gelungen.
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| Hier nochmal die Aussicht nachts und früh am morgen. Wahnsinn, oder? |
Leider wurde aus viel schlafen wieder nichts, da ich bereits um 11 Uhr aus dem Hostel auschecken musste. Aber kein Problem, denn um 17.30 fuhr mein Bus nach Nagano, da würde ich noch genug schlafen können.
Bevor ich mich allerdings mit meinem Gepäck auf den Weg machte, ließ ich es noch eine Weile im Gepäckaufbewahrungsraum des Hostels stehen und schlenderte nochmal durch Asakusa.
| Auf dem Schild steht, dass man hier seine Wäsche nicht aufhängen sollte, da die Gefahr besteht, dass Vögel daraufmachen könnten. Schade. Dabei hatte ich extra frisch gewaschene Wäsche mitgebracht... |
| Der Sensô-ji Tempel |
| Die Gasse zwischen dem Donnertor und dem Sensô-ji Tempel |
| Nur für eine Frau? Puh, zum Glück bin ich alleine hier! |
| Das berühmte Donnertor - Kaminari-mon |
| Aber hauptsache, es gibt hier ein "Riesenrad" :-) |
| Anpanman und Pikachu :-) |
Später holte ich mein Gepäck aus dem Hostel und machte mich auf nach Shinjuku, denn von dort aus fuhr der Bus nach Nagano. Ich hatte noch eine Menge Zeit, sodass ich noch in einem Kaufhaus in Shinjuku shoppte und eine echt "italienische" Pizza Margherita aß. Die schmeckte aber eigentlich sehr lecker, und war auch gar nicht so unitalienisch. :-)
| Shinjuku |
| In diesem Kaufhaus war ich shoppen und essen. Sieht von innen irgendwie größer aus, als von aussen... |
| Mode Hal Iko - Eine Art Universität (Fashion und Kunst) |
An dem Gebäude der Mode Hal Iko war die Abfahrt des Busses nach Nagano. Ich war froh, als ich endlich drinnensaß, da ich den ganzen Tag mein Gepäck (das natürlich nicht schwer war. Das wäre ja echt blöd gewesen.) mit mir rumgeschleift habe. Jetzt hatte ich Zeit, meine Zeit in Tokyo nochmal Revue passieren zu lassen und mich auszuruhen.
Um 23 Uhr kam ich am Bahnhof in Nagano an. Dort wurde ich dann netterweise von meinem Mitbewohner abgeholt, der sich köstlich über die Größe und Anzahl meiner Gepäckstücke amüsierte. (Zum Glück haben die alle ins kleine Autochen gepasst!)
Das waren meine Tage in Tokyo. Sehr aufregend, spannend und voller Shopping :-)
Und das Gute ist: Ich kann bestimmt öfters nochmal hin! Darauf freue ich mich schon!
Bis bald!またね (^w^)/

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