Mittwoch, 21.9: Da Sarah aus beruflichen Gründen in die Stadt Toyohashi, die in Richtung Nagoya und Kyoto und recht nah am Meer liegt, musste, brachen wir heute früh um 7 auf. Natürlich läuft nicht immer alles wie geplant. Und natürlich "wurde Japan von einem Taifun heimgesucht". Ursprünglich wollten wir ja mit dem Auto fahren, doch da einige Straßen gesperrt waren und es Sarah sowieso zu unsicher war das Auto unter solchen Wetterbedingungen zu benutzen, beschlossen wir kurzfristig mit dem Zug nach Toyohashi zu fahren. Meine erste Fahrt mit einem Shinkansen! Erst nach Tokyo, und von dort aus dann (wieder mit einem Shinkansen - dem "Super Express") nach Toyohashi.

Das war schon ein bisschen spannend. Allerdings merkt man die Geschwindigkeit, mit der ein Shinkansen durch das Land braust, überhaupt nicht. Ich bemerkte nur, dass es eine wirklich angenehme Fahrt, ohne blöde Ruckler und Vollbremsungen aus dem Nichts wie bei der Deutschen Bahn, war. Außerdem fiel mir auf, dass so ein Shinkansen wirklich geräumig ist. Es gibt neben geräumigen (!!!) Toiletten sogar extra Bereiche mit Waschbecken und Spiegel, die man mit einem Vorhang blickdicht machen kann. Zumindest die obere Hälfte des Körpers. Das ist echt cool!
Wie sich herausstellte war es wirklich die Richtige Wahl gewesen mit dem Zug zu fahren, denn draußen regnete es wie verrückt und der Wind wehte sehr stark. Das sosehr, dass der Zug kurz vor Toyohashi an Geschwindigkeit drosseln musste.Trotz allem sind wir gut und heile am Toyohashi Bahnhof angekommen. Wir hatten sogar echt Glück gehabt, denn wir hätten den frühen Zug in Nagano fast verpasst und der nächste Zug von Tokyo nach Toyohashi (nur eine halbe Stunde später) durfte dann nicht mehr fahren. Puh!
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| Bei der Abfahrt in Nagano - es regnete nicht, aber die Wolken hingen sehr tief in den Bergen |
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| Kurz vor der Ankunft in Toyohashi - hier sah es dann schon anders aus: Regen, Wind und Nebel. Richtig ungemütlich. |
Als wir aus dem Shinkansen ausstiegen, bekam ich zum ersten Mal zu spüren, wie heftig so ein Taifun-Wind doch sein kann (aber vielleicht war das ja auch nur ein Lüftchen, im Vergleich zu manch anderen Taifuns (wie ist denn bitte die Mehrzahl von Taifun? Stimmt das?), die schon so umhergewütet haben). Der Regen stichelte auf uns ein und ich dachte, ich flöge gleich weg. Bin ich dann aber zum Glück doch nicht (dank des leckeren Essens, das es hier in Japan so gibt - da kann sowas doch auch mal zum Vorteil werden. Also: fleißig weiter essen. Als Vorsorge für einen eventuellen Taifun. Ha! Endlich habe ich einen wirklich guten Grund ;-) ). Am Bahnhof wurden wir gleich von drei netten Herren im Anzug empfangen und zu unserem Hotel gebracht. Das Hotel liegt glücklicherweise direkt am bzw. im Bahnhof, das heißt in der Halle des Bahnhofes, sodass wir nicht durch den Taifun watscheln mussten. Juhu!
Das Hotel ist wirklich klasse. Es handelt sich um ein großes Buisness-Hotel. Ich glaube, in einem so großen Hotel war ich noch nie. Hier gibt es sogar ein Brautladen und eine Weddingchapel. Nur für den Fall. Ich hatte schon überlegt, ob ich mir ein Hochzeitskleid kaufen soll. Nur für den Fall. ;-)
Da unser Zimmer noch nicht fertig war (wir kamen schon um 12 Uhr an), wurden wir erst in den "Clubroom B" gebracht, in dem wir Tee und ein leckeres Bento bekamen. Leider war da auch viel mit Fleisch drin, sodass ich nicht alles essen konnte, aber ich bin mir sicher, es hätte gut geschmeckt. So sah es zumindest aus. Wir konnten dann nach nur einer halben Stunde warten (bzw. essen) unser Zimmer beziehen. Es ist ein geräumiges 2-Bettzimmer im 10. Stock des Hotels, von dem man einen tollen Blick über Toyohashi hat.
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| Unser Hotelzimmer |
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| Ausblick mit Taifun |
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| Ausblick ohne Taifun |
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| Als wäre nie etwas gewesen: Ein unschuldiger Regenbogen über Toyohashi |
Sarah war den ganzen Tag auf Meetings und geschäftlichen Treffen, also erkundeten William und ich das Hotel und den Bahnhof (nach einem Mittagsschläfchen natürlich). Abends aßen wir zwei noch eine Soba in einem kleinen Restaurant (zum Glück verteilte William nicht die ganzen Nudeln über Tisch, Stuhl und Boden...) und liefen noch ein bisschen umher.
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| Toyohashi - Ausgang des Bahnhofes |
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| Der Eingang zum Bahnhof |
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| Darüber unser Hotel |
Nach einem Bad versuchte ich William dann ins Bett zu bringen. Aber natürlich klappte das nicht auf Anhieb. War ja auch ungewohnt für ihn, da ich ihn vorher noch nie ins Bett gebracht hatte. Nach 40 Minuten allerdings beendete ich die Mission erfolgreich. Juhu!
Jetzt geht es ins Bett. Morgen schaue ich mich noch ein bisschen in Toyohashi um, bevor es Mittags dann nach Kyoto geht. Juhu, da freue ich mich schon drauf!
Kann also sein, dass ich erst nächste Woche wieder etwas in den Blog schreibe, dafür dann aber wieder einen Roman ;-)
Bis dahin, おやすみ!(>w<)
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