Donnerstag, 8.9: Selbstgemachtes Tempura
Nach dem Tokyo-Trip hieß es wieder: früh aufstehen und arbeiten. Da ich in den letzten Tagen allerdings wirklich wenig geschlafen hatte, war ich dementsprechend müde. Aber Augen zu und durch. Ich überstand den Tag, William war froh, dass ich wieder da war und Abends versuchte ich mich im japanisch Kochen. Allerdings nicht alleine. Zum Glück nicht! Mein Mitbewohner Yuki, der Japaner ist und somit auch japanisch kochen kann (und das sehr gut!), zeigte mir, wie man Tempura macht. Das heißt, ich kann es immer noch nicht wirklich, ich muss wohl einfach noch mehr üben :-)
Bei Tempura handelt es sich übrigens um frittiertes Gemüse, Fleisch und Fisch. Wir aßen natürlich die vegetarische Variante (Was mir eigentlich ein bisschen Leid tut, da Yuki ja Fleisch und diverses Zeug aus dem Meer isst. Er meinte jedoch, es mache ihm nichts aus, und so wurde vegetarisch gespeist).
Zum Tempura gab es Kartoffelsalat nach japanischer Art, ein bisschen Sushi gefüllt mit Gurke und japanisches Rührei (was im Gegensatz zum Deutschen nicht salzig, sondern süß "gewürzt" wird. Schmeckt anfänglich sehr interessant, wird nach mehrmaligem essen interessanter und ist irgendwann gar nicht mehr wegzudenken).
Eigentlich gehöre ich ja nicht zu den Menschen, die ständig ihr Essen fotografieren, da ich es ein wenig albern finde, aber dieses Jahr muss ich da wohl doch eine Ausnahme machen... Außerdem finde ich, dass uns das Essen schon ganz gut gelungen ist. Geschmeckt hat es auf jeden Fall!
Freitag, 9.9: Obusession
Endlich war es soweit: meine erste Obusession! Obusession ist eine Veranstaltung, von meiner Gastmutter Sarah ins Leben gerufen, die es schon seit geraumer Zeit gibt. Hier die offizielle Definition, entnommen von der offiziellen Webseite (http://www.obusession.com) zum besseren Allgemeinverständnis:
オブセッション Obsession n. [1680]
A persistent or dominating thought, idea, desire or feeling. Compelling motivation.
Obusession n. [2001]
1. A love of Obuse, a quaint town in Nagano, Japan famous for chestnuts and its historic ties to the great Japanese artist Hokusai.
2. A monthly gathering in Obuse held when the number of the day and the number of the month line up (8/8. 9/9...). Invited guests from all genres come together to share their knowledge and experience as well as Obuse's delicious sake and seasonal cuisine. Smart and sophisticated, the presentation serves as a stimulus for discussion and a catalyst for change.
[You (u) + Obsession = Obusession]
[Obuse + Session = Obusession]
A persistent or dominating thought, idea, desire or feeling. Compelling motivation.
Obusession n. [2001]
1. A love of Obuse, a quaint town in Nagano, Japan famous for chestnuts and its historic ties to the great Japanese artist Hokusai.
2. A monthly gathering in Obuse held when the number of the day and the number of the month line up (8/8. 9/9...). Invited guests from all genres come together to share their knowledge and experience as well as Obuse's delicious sake and seasonal cuisine. Smart and sophisticated, the presentation serves as a stimulus for discussion and a catalyst for change.
[You (u) + Obsession = Obusession]
[Obuse + Session = Obusession]
Los ging es um halb 7 Uhr abends mit einem Vortrag von Yukiko Ishimura. Sie erzählte von der Verwirklichung ihres Lebenstraumes, der Eröffnung eines eigenen Ladens, der mittlerweile sein 25-jähriges Bestehen feiert. Sie berichtete von den Höhen und Tiefen, die sie erlebte von den Erfolgen, sowie den Misserfolgen. Ihre Message war also: Niemals aufgeben, denn man kann seinen Traum verwirklichen! Das sehe ich genauso, denn mein Traum nach Japan zu gehen, hat sich schließlich auch erfüllt. Hat zwar etwas gedauert und war nicht ganz einfach, ist aber im Endeffekt doch wahr geworden. :-)
Der Vortrag war natürlich auf japanisch, sodass es mir nicht leichtgefallen ist zu verstehen und gleichzeitig zu folgen. Glücklicherweise saß Brian (Kleine Erinnerung: Brian kommt aus den USA,lebt und arbeitet schon seit 5 Jahren hier in Obuse) neben mir und dolmetschte mir das Wichtigste ins Englische.
Nach dem Vortrag und anschließender Fragestellung, ging es in einen Raum des Sakegeschäftes (links auf dem Foto. Das Foto ist natürlich nicht an dem Abend entstanden, sondern noch von meiner anfänglichen Erkundungstour durch das Städtchen Obuse), das direkt neben der Sakefabrik liegt. Dort wurden wir mit den wunderlichsten Sachen verköstigt. Es gab ungefähr 10 verschiedene Gänge nacheinander. Das servierte Essen war einerseits sehr lecker, andererseits sehr überraschend. Leider gab es auch viel Fisch und Fleisch, sodass ich nicht alles essen konnte. Am Besten hat mir der Reis, der auf eine bestimmte Art und Weise zubereitet und serviert wird geschmeckt. Der Name des Gerichtes ist mir aber schon wieder entfallen. Dazu gab es eingelegte Gurken (sehr lecker!) und Aubergine. Diese Aubergine war wirklich überraschend! Sie sah sehr lecker aus, also griff ich zu und schob mir einen riesen Bissen in den Mund. Auf einmal traf es mich wie der Schlag: die Aubergine war in Wasabi eingelegt! Um nicht allzu viel Aufmerksamkeit auf mich zu ziehen, versuchte ich den den scharfen Brocken so schnell wie möglich hinunter zu schlucken. Ohne etwas husten, keuchen und tränenvergießen ging das dann leider doch nicht, aber wenigstens hatten die Leute, die das beobachteten etwas zum lachen. Das Ganze war schon etwas peinlich, mir aber dennoch eine Lehre: Iss nicht alles, ohne vorher zu fragen, ob da Wasabi dran ist!
Der Rest des Abends war trotz des Wasabi-Vorfalls sehr lustig (zur Beruhigung meines Gaumens gab es zum Glück noch Kastanien-Eiscreme, die einfach unbeschreiblich lecker schmeckte), ich lernte noch einige Mitarbeiter des Hotels kennen und versuchte ein bisschen mit meinen bisherigen Japanischkenntnissen zu glänzen (was mir auch ein bisschen gelang, denn ich verstand und wurde verstanden:-) ). Um 23 Uhr zog die Menge dann weiter gen des italienischen Restaurants um dort weiter zu trinken. Ich war allerdings so müde, dass ich mich verabschiedete und in Richtung Bett wanderte.
Fazit: Ein sehr interessanter Abend, ich freue mich schon auf die nächste Obusession! (Nächstes Mal hoffentlich ohne Wasabi-Zwischenfall!)
Samstag, 10.9: Kleine Hundebabys *kreisch*
Durch das Erbeben anfang des Jahres fühlte sich auch meine Gastfamilie gezwungen, Japan zu verlassen und für ein paar Wochen zurück in die USA zu gehen. Im Gepäck natürlich auch der Familienhund Spice. Die Eltern von Sarah verliebten sich allerdings dermaßen in den Golden Retriever, dass er in den USA blieb. Jetzt ist Sarahs Sehnsucht nach einem plüschigen Weggefährten wieder entflammt, deshalb starteten wir am Samstag eine "Hunde-Besichtigungs-tour" bei zwei Golden Retriever-Züchtern.
Das war eine gute Entscheidung, denn als wir dort ankamen, fingen unsere Augen an zu strahlen und wir kamen aus dem Mädchenkreischen gar nicht mehr heraus: Die kleinen Welpen waren erst ein paar Wochen alt und einfach sowas von unglaublich KAWAII! (Was das heißt, müsstet ihr jetzt ja eigentlich wissen) Wir durften uns zu den zwei kleinen Welpen in einen abgezäunten Bereich gesellen und knuddelten erstmal drauflos. Ach, war das schön, wieder etwas fluffiges in den Armen halten zu können!Denn: Sie zeigten uns gerademal 4 Tage alte Hundebabys! Aaaaaaaaaaaaah!!! Also wenn das nicht einfach zuckersüß ist! Am liebsten hätte ich sie alle, alle mitgenommen!!
Ich sagte ihr noch, dass wir ja heute zumindest schonmal richtig schön mit kleinen Hundebabys haben knuddeln können,ohne gleich unsere Schuhe komplett zerkaut aufzufinden. Das fand sie dann auch. :-)
Sonntag, 11.9: Shopping in Nakano und professionelles Tempura
Was ein Glück gilt hier in Japan diese bescheuerte Regelung des freien Sonntags nicht! So haben hier auch am "heiligen Ruhetag" die Geschäfte offen, was mich natürlich besonders freut :-)
Nachdem ich den halben Tag an meinem Tokyo-Blog gesessen hatte, wurde ich nachmittags von Kaori, meiner Japanischlehrerin, abgeholt und wir fuhren zusammen in die Stadt Nakano, in der sie wohnt. Dort gingen wir in ein Einkaufszentrum, was nicht zu groß war, aber auch nicht gerade klein. Es machte sehr viel Spaß zu schauen, was es da so alles gibt. Neben einem halben Ikea, Klamotten und einer riesigen Essensabteilung, gab es natürlich auch ein Kimonogeschäft, eine große Auswahl an Bier (allerdings keine deutsche Marke dabei - was ist denn da los?) und eine Kinderabteilung mit (was auch sonst) einem Gamecenter-Bereich für die Kleinen. Damit auch schon der Nachwuchs im Pachinko-spielen trainiert wird ;-)
In der Kinderabteilung kaufte ich einen Kinderregenschirm mit Anpanman-Motiv für William als Geburtstagsgeschenk. Ich hoffe, dass er sich freut. Denn nun hat er eigentlich keinen Grund mehr, ständig in meiner Tasche nach meinem Regenschirm zu wühlen. :-)
Es war wirklich lieb von Kaori, mich zum Essen einzuladen und überhaupt ist Kaori eine sehr liebenswerte Person. Ich freue mich schon auf den Unterricht bei ihr nächste Woche und ich bin sehr froh, dass ich hier so schnell Anschluß gefunden habe!
Mit diesen Worten wünsche ich eine Gute Nacht und bis bald! じゃあね!(>w<)/
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